Jedes vierte Kind in Vorarlberg spricht zuhause kein Deutsch. Symbolfoto: dpa

Jedes vierte Kind in Vorarlberg spricht zuhause kein Deutsch. Symbolfoto: dpa

Gesamtschule

Nach den NEOS erkennt nun auch die FPÖ Vorarlberg, dass mit der ‚Gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen‘, vor allem aber mit der Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums, keine Probleme gelöst werden. Diese neue bildungspolitische Weichenstellung ist ausdrücklich zu begrüßen. Alle einschlägigen Befragungen der letzten Jahre in Vorarlberg erbrachten für die Gesamtschule Ablehnungsquoten zwischen 66 und 78 Prozent, zuletzt am 19. August 2016 (Vorarlberg Online): 65 Prozent waren gegen die Gesamtschule, 8 Prozent sind unschlüssig, nur 28 Prozent dafür. Das sollte die Politik endlich zur Kenntnis nehmen, dass es in Vorarlberg keine politische Mehrheit für die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen gibt. Sie wurde oft ausprobiert, hat aber nirgends die Ergebnisse gebracht, die man sich gewünscht hat. Sie ist eine „schöne Illusion“. Vielmehr zeichnet sich bildungspolitische Verantwortung dadurch aus, dass man auf aktuelle Problemstellungen und Forschungsergebnisse reagiert und Denkprozesse zulässt. So weisen aktuelle Studien für die österreichische Bildungslandschaft eine hohe Aufwärtsmobilität quer durch alle Bildungsschichten nach (vgl. Wolfgang Feller, Studie Österreich. Land der Bildungsaufsteiger, März 2016)

Die Bildungspolitik sollte sich daher auf jene Bereiche konzentrieren, wo die Weichen für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn gestellt werden, nämlich im Vor- und Grundschulbereich und nicht versuchen, mit allen Mitteln eine erfolgreiche Schulform zu zerstören. Die Wählerschaft würde es begrüßen!

Mag. Michaela Germann

Obfrau der Österreichischen
Professorenunion in Vorarlberg

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