Vernünftig

Man kann heute kaum noch durchs Ländle fahren, ohne dass man alle paar hundert Meter auf eine Radarfalle stößt. Aber es ist eher die Ausnahme, dass diese Radarfallen (eine Falle, in die wir ja hineintappen sollen) in irgendeiner Form der Verkehrssicherheit dienen. Es sind aus meiner Sicht nur Inkassostationen, die unterschwellig suggerieren, dass wir alle permanent beobachtet werden und wir uns daran gewöhnen sollen. Polizeidienststellen müssen Umsatz machen, sonst laufen sie Gefahr, geschlossen zu werden. Wenn man wirklich möchte, dass die Menschen mit Bedacht und achtsam fahren, dann wäre es doch viel sinnvoller, sie bei der Ehre zu packen. Ich sah vor Kurzem in der Schweiz ein Verkehrsschild, auf dem stand „Freiwillig 30“. ich denke, das wäre mal ein vernünftiger Ansatz. Wenn wir wieder dahin kommen, dass wir erkennen, dass es unsere Eigenverantwortung ist, weder uns noch anderen Schaden zuzufügen, dann braucht es wesentlich weniger Kontrolle, Gebote oder gar Verbote. Über Amerika kann man ja geteilter Meinung sein. Aber bis auf ein paar Dinge, ist dort fast alles erlaubt. Bei uns ist es genau umgekehrt. Ein Sinneswandel tut wirklich not – an allen Ecken und Enden.

 
 Thomas Cassan, Dornbirn

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