Kreditvertrag

Vor kurzem war ein Artikel in den Medien, in dem ein Kreditnehmer behauptet hat, dass er eine Bank nicht schädigt, wenn er den Kredit nicht zurückzahlt. Ein Darlehen ist per Definition das Verleihen eigener Mittel. Seit längerem ist jedoch bekannt, dass Banken für Kredite nicht das Geld der Sparer verwenden. Alles Geld entsteht allein durch die Kreditvergabe, sprich durch die Unterschrift unter den Kreditvertrag. Danach wird auf der einen Seite der Bankbuchhaltung eine Forderung an den Kunden geschrieben und auf der anderen Seite eine Forderung an die Bank. Dies nennt man eine Bilanzverlängerung. Und da der Kreditvertrag ein Wertpapier ist (es enthält nämlich ein Zahlungsversprechen), das ja die Bank nach der Unterzeichnung erhält, wäre es doch aus Sicht des Kommerz logisch, dass beide Parteien, sprich der Kreditgeber und Kreditnehmer nach dem Austausch der Wertgegenstände quitt sind, also keine Rückzahlung erfolgen müsste. Wie kann dann eine Bank eine Geldforderung begründen, und dazu noch Zinsen verlangen? Hier wäre doch mal ein öffentliches Statement der Bankvorstände gefragt. Ich freue mich auf diese Antworten, denn sie würden mit Sicherheit Licht in das derzeitige Missverständnis über die Darlehensvergabe bringen.
 
 Thomas Cassan,

 Dornbirn

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