Eiseskälte

Ich weiß schon, im Frühling will man nichts vom Winter hören. Vor allem wenn er, wie der letzte, zum Schluss noch seine kalten Krallen gezeigt hat. Die meisten von uns hätten darauf verzichten können. Ich gehöre auch dazu. Und doch passiert es. Jedes Jahr. Im Winter ist es kalt. Manche können es gar nicht glauben. Der Klimawandel, im Gegensatz zu manchen Präsidenten glaube ich daran, wirkt zwar. Aber seine Auswirkungen sind nicht ganz genau so, wie wir uns das erwarten. Wer meint, es würde jetzt überall auf der Welt zu gleichen Zeit wärmer, der irrt. Zu komplex ist das Wetter als das man es ganz genau auf Jahre hinaus berechnen könnte. Etwa wie die Fahrtzeit von Bregenz nach Wien im Zug. Und selbst da…wer öfters Zug fährt, weiß was er von Fahrplänen zu halten hat.

Wir Menschen meinen oft, wir könnten alles planen, berechnen, organisieren. Klar, das können wir. Und dann passiert das Leben. Mit all seinen Unwägbarkeiten, Überraschungen und all dem, das wir nicht planen können.

Wir wappnen uns gegen alle Gefahren, versichern uns, sichern uns ab. Das verstehen besonders die unter Ihnen, die sehr auf Sicherheit aus sind. Das hilft natürlich ganz viel. Vor allem dem subjektiven Gefühl. Ob uns aber wirklich mehr Polizisten auch besser vor den Gefahren beschützen können, ist eine gute Frage. Ob auch noch die zwölfte Versicherung hilft das letzte Risiko auszumerzen? Immerhin, daran glauben kann man.

Daher plädiere ich an dieser Stelle für etwas mehr Vertrauen. In unsere MItmenschen, in unser im Großen und Ganzen gut funktionierendes System des Zusammenlebens und vor allem in uns selbst. Wie hat schon meine Mutter gesagt? Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.

Und im Übrigen haben Sie Recht: Schon Erich Kästner wusste es. „Wird‘s besser? Wird‘s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“


In „Kopfstücke“ hat der
Gastkommentator Peter Kopf Raum
für seine persönliche Meinung.
Diese muss nicht mit der der
Redaktion übereinstimmen.

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