Unverständliche Abschiebepraxis

Für Dr. Klaus Küng, Bischof von St. Pölten, ist die derzeitige Abschiebepraxis der Regierung nicht verständlich und besorgniserregend. Warum werden junge, arbeitswillige Flüchtlinge, die bei uns bereits gut integriert sind, von heute auf morgen abgeschoben? Bischof Küng findet das „sehr bedauerlich“. Er appelliert an Politik und Gesellschaft, „das Augenmaß nicht zu verlieren.“ Diese Kritik äußerte Bischof Küng beim Besuch einer Übergangsklasse mit 18 Schülerinnen und Schülern aus 7 Nationen – der Großteil kommt aus Syrien und Afghanistan – im St. Pöltener Bildungszentrum für soziale Gesundheits- und Sozialhilfe der Caritas. Küng versicherte den anwesenden Jugendlichen, „dass wir Menschen in Not immer helfen.“ Küng erwähnte auch, dass er gerade in den letzten Tagen von mehreren Pfarreien, die Flüchtlinge aufgenommen und liebevoll betreut haben, „Hilferufe empfangen“ habe. Die Helfer/innen sind traurig und verbittert, wenn die Politik ihre wertvolle und aufopferungsvolle Arbeit zerstört und junge Flüchtlinge, die hier eine zweite Heimat gefunden haben, ohne Notwendigkeit in eine ungewisse, ja oft gefährliche Zukunft schickt.
 
 Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn

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