Keine große Weltpolitik

Ein wunderbares, beinahe perfektes Wochenende neigt sich dem Ende. Es ist Sonntagabend. Auf der Straße hören wir Leute von den Achauen nach Hause gehen. Auch ein (leider unbekannter) Autofahrer, vielleicht etwas zu schnell, vielleicht etwas abgelenkt oder einfach nur zu cool unterwegs, biegt in der 30er-Zone (!) um die Ecke. Und da ist es auch schon passiert. Als wir auf die Straße schauen, liegt da eine Katze – unsere Katze, „Findus“. Sie reagiert nicht. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich, wir stehen fassungslos um den leblosen Körper eines „Familienmitglieds“, das uns bis kurz zuvor noch so viel Freude geschenkt hat.

Das Schlimmste aber für uns ist, der Fahrzeuglenker dürfte nicht einmal angehalten haben. Wie cool muss man sein, nicht einmal die Courage zu besitzen, sich um das Tier zu kümmern, geschweige denn bei einem Haus nachzufragen, wem die Katze gehören könnte, sich gar zu entschuldigen. Es ist wohl Zeitgeist, sich nicht mehr um das Leid anderer zu kümmern, vor lauter Freud‘ am eigenen Tun. Vielleicht passt dieser Text auch nicht zu den großen Fragen, die hier sonst erörtert werden. Für uns brach jedoch eine Welt zusammen, an diesem fast perfekten Wochenende.

 Familie Tutschek, Dornbirn

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