Glück und so



Letzthin hatte ich etwas Zeit und Muße. Dabei habe ich in den alten Nummern der „marie“ – Sie wissen schon, das ist die Vorarlberger Straßenzeitung, die ja in keinem Vorarlberger Haushalt fehlen dürfte – geblättert. Ein Artikel in der Juni-Ausgabe ist mir dabei ins Auge gestochen. „Unterrichtsfach Glück“ heißt es da ganz plakativ. Ja, man kann sich darunter sofort etwas vorstellen.

Im Unterricht wird jetzt auch Glück gelehrt. Zuerst hat mich das irritiert. Wie soll das geschehen? Also habe ich nachgelesen und auf einer Seite eine ganz plausible Erklärung dafür gefunden. Gelehrt wird das Fach von zwei Frauen, die während eines Zeitraums eine Volkschule in Lustenau besuchen. Dabei werden den Kindern Tipps und Tricks gezeigt, wie sie sich aus einem Tief wieder in ein Hoch – man könnte auch Glück dazu sagen – bringen können.

Glücklich sein und Glück haben sind ja verschiedene Sachen. Und neben den Glücksmomenten, die größere oder kleinere Höhepunkte im Leben sind, braucht es auch das „längere Glück“. Lebenszufriedenheit ist ein anderes Wort dafür. Wichtig ist vor allem, dass man sich selbst gut kennt (und mag), um in Zeiten, wo es einem schlecht geht, zu wissen, wie ich daraus wieder heraus komme.

Und wenn ein Mädchen eine „warme Dusche“ wünscht, dann bekommt sie die in Form von Zuwendungen der ganzen Klasse. Jeder sagt was er an ihr schätzt. Eigentlich ganz einfach. Und das Beste daran: man kann es immer und überall einsetzen. Ganz wichtig für den Erfolg, so sagen die Expertinnen, ist dabei auch die Gruppe. Wir Menschen sind nun halt einmal soziale Wesen und von anderen abhängig. Ob wir wollen oder nicht. Zum Einsiedler sind die wenigsten von uns geboren. Und im Übrigen haben Sie Recht: Der Kopf hat nach dem Lesen nachgedacht. Und gefunden, dass all diese Anregungen keine Altersbegrenzung haben. Nach oben nämlich.

In „Kopfstücke“ hat der Gastkommentator
Peter Kopf Raum für seine persönliche Meinung.
Diese muss nicht mit der der

Redaktion übereinstimmen.

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