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„Bikepark-Thrill“

Bei der Brandnertaler Bikeparkerweiterung wurde gemäß Gemeinwohlabwägung gegen den Naturschutz entschieden. Jetzt wird am Loischkopf alles in Bewegung gesetzt, damit eine Minorität von actionbegeisterten MTB-Downhillracern noch mehr Thrill plus knüppelharte Trails erhalten. Subventionen sind beantragt, weil Investitionen in die Infrastruktur von Bikeparks größer als der Markt sind. Neben den knausrigen Downhill-Hasardeuren sollen auch kaufkräftige Normalverbraucher mit Kindern die Kurven shredden und Kassen füllen. Ergo wird die „Bike-Region“ zum Top-Spot für die Bikepark-Community gepusht. Bequem geht’s mit der Sesselbahn zum Loischkopfgipfel, mit Karacho höchstriskant trailabwärts. Adrenalin pur, geboten werden irre Herausforderungen wie etwa Wurzelpassagen, Sprünge, Doubles, Roadgaps, Off Cambers, Step Downs, Wallrides, Hip Jumps, Northshores. Dies lässt das Blut der Downhill- und Freeride-Junkies kochen. „Hazard vs. Health“ ist die Adrenalin-Geschäfts­idee, denn bekanntlich zählt MTB-Downhill-Sport zu den allergefährlichsten Risiko-Sportarten. Fehler führen leicht zu schweren Unfällen mit schlimmen Verletzungen, Querschnittslähmung oder sogar Tod. Demzufolge wird die Nutz­ung des Bikepark Brandnertal ausschließlich auf eigene Gefahr verkauft. Betreiber haften weder für die Beschaffenheit der Strecken, noch für Absicherungen gefährlicher Bereiche. Unakzeptabel häufige Sturzfolgen belasten deshalb Konsumenten und Allgemeinheit. Moral bei diesem unverantwortlich brutalen Deal: Zum Schutz der Menschen und Umwelt sorg nie zu viel, Spaß und Profite sind das Ziel!

 
 Hans Kegele,

 Bürs

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