Equal Pension Day, „Oma-Revolte“

Bei der Berechnung der durchschnittlichen Frauenpension werden die Mehrfachmütter, die überhaupt keine Pension bekommen, nicht eingerechnet. Täte man das, wäre der „Equal Pension Day“ für die Vorarlberger wahrscheinlich schon im März. Und die durchschnittliche Frauenpension der Vorarlbergerinnen wäre nicht nur halb so hoch wie die der Wienerinnen, sondern nur ein Viertel. Denn in Wien ist die Ein-Kind-Familie schon viele Jahrzehnte modern. Die zahlreichen Nachkommen der Vorarlberger Mütter kommen aber für die naturgemäß hohen Pensionen der Kinderlosen auf. Der älteren Müttergeneration verweigert man bis heute eine Ausgleichszahlung für das 2005 beschlossene Gesetz, dass vom Familienlastenausgleichsfonds vier Jahre lang fiktive Pensionsbeiträge auf das Pensionskonto der kindererziehenden Mütter eingezahlt werden, aber nur für die ab 1955 geborenen Frauen. Die älteren gehen leer aus. Für die werden nur Ersatzzeiten anerkannt, die sich bei kurzer Berufstätigkeit kaum auswirken. Beweis: Etwa Karoline aus Weiler, sechs Kinder, Pension 300 Euro. Zita aus Laterns, fünf Kinder, jahrelange Altenpflege, Pension 400 Euro. Ich fordere die Vorarlberger Landesregierung nochmals auf, die von der „Oma-Revolte“ gestellte Forderung nach einem Dankeschön von 50 Euro pro Kind, netto und ohne Auswirkung auf Sozialleistungen, vom Land aus zu übernehmen. Und dies auch für Frauen, die überhaupt keine Pension bekommen.

 
 Mag. Gertraud Burtscher,  Bludenz

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