Kopfstücke

Schreiben Sie!

Sicher geht es Ihnen auch so wie mir. Sie treffen Leute, kommen mit ihnen ins Gespräch und landen häufig bei Themen, die berühren, aufregen, stutzig oder gar wütend machen. Jetzt kann man sich trefflich darüber streiten und austauschen. Das tut wohl, soll gesund sein und ebenso wie das Lachen – Sie erinnern sich an letzte Woche? – das Wohlbefinden steigern. Wenn’s damit genug ist, dann ist’s ja auch genug. Weil es auf die Frage: „Wieviel ist genug?“ eigentlich nur eine Antwort geben kann: „Genug ist genug.“

Reden hilft. Beim Reden werden Druck, Aggressionen und schlechte Stimmungen bearbeitet. In vielen Fällen aber auch positiv verarbeitet. Es gibt aber auch Situationen, in denen das bei weitem nicht genug ist. Da sollte aus dem Reden ein Tun werden. Mir zumindest kommen immer wieder Situationen unter, in welchen ich nicht schweigen kann. Wo aber auch reden zu wenig ist. Dann schreibe ich. Hier, an dieser Stelle, zum Beispiel. Oder einen Leserbrief. Nie ein anonymes Posting in den vielen Foren, die es gibt. Das finde ich duckmäuserisch, hasenfüßig oder schlicht und ergreifend feige. Wenn ich etwas zu sagen oder zu schreiben habe, dann mit meinem Namen. Das ist nicht immer angenehm. Man bekommt zum Teil Rückmeldungen dazu. Manchmal sehr angriffige und kritische. Auch anonyme – aber die werfe ich gleich weg. Die interessieren mich nicht. Siehe oben.

Weil es aber Anlässe gibt, die geradezu danach rufen, dass reagiert wird, schreibe ich den Zeitungen. Weil ich weiß, dass jeder Leserbrief auch die Meinung von anderen trifft. Nicht von allen. Aber das muss ich in Kauf nehmen.

Äußern Sie sich, wenn Sie meinen, dass etwas himmelschreiend oder ungerecht oder einfach eine bodenlose Frechheit ist. Nur so bewirken Sie etwas.

Und im Übrigen haben Sie Recht: Schreiben Sie auch, wenn Ihnen etwas gefällt. Es darf auch einmal ein Lob sein.


In „Kopfstücke“ hat der
Gastkommentator Peter Kopf Raum
für seine persönliche Meinung.
Diese muss nicht mit der der
Redaktion übereinstimmen.