S18 – Ergänzung

In Ergänzung zu „S18 und die Entlastungslüge“ (W&W, 3.11.19) möchte ich auf das „Werkstatt-Blatt 3/2019“ der Solidarwerkstatt (www.solidarwerkstatt.at) hinweisen, wo Gerald Oberansmayr schreibt: Fossile Großprojekte, wie auch die S18-Bodensee-Schnellstraße, müssen gestoppt werden, wenn es sich beim ausgerufenen Klimanotstand nicht nur um ein Lippenbekenntnis handeln soll. Das kostet kein Geld, spart Milliarden, kann sofort umgesetzt werden. Viele der jüngst gebauten und für das kommende Jahrzehnt in Österreich geplanten Autobahnen und Flugzeugpisten sind sogenannte TEN-Projekte: „Trans­europäische Netze“ (TEN) sollen über „Defender 2020“ und EU-Programm „Militärische Mobilität“ unter Beteiligung des österreichischen Bundesheeres für den raschen Transport von schwerem Kriegsgerät präpariert werden, um auch für „einen konventionellen militärischen Solidarbeitrag des Bundesheeres an Kriegen von EU-Staaten“ zur Verfügung zu stehen (Seite 18 in „Unser Heer – 2030“/Verteidigungsministerium) „Defender 2020“ ist nicht nur friedenspolitisch eine Katastrophe, auch die Ökobilanz solcher Manöver ist verheerend. Transporte von schwerem Kriegsgerät über tausende Kilometer sind Emissionsschleudern von Treibhausgasen. Die Korridore für diese TEN-Strecken dienen dazu, dem hemmungslosen Güterverkehr und Freihandel kreuz und quer über den Kontinent eine Bresche zu schlagen. Eine der zentralen Forderungen der „Fridays for Future“-Bewegung, die dafür in mehreren Landeshauptstädten Druck beim nächsten internationalen Klimastreik am 29. November 2019 macht, lautet: Stopp fossiler Großprojekte, wie den Neu- und Ausbau von Flughäfen und Autobahnen. Ressourcenbesteuerung der fossilen Förder- und Verarbeitungsindustrie. Eine ökosoziale Steuerreform ab 2020 (www.fridaysforfuture.at). parents.waldviertel@fridaysforfuture.at schließt sich in der Klimaparade Zwettl am 29. 11. an, um den Druck zu erhöhen. Warum machen wir das für den Stopp der S18 und notfalls einen Systemwandel nicht auch?
 
 Sonja Elmenreich, Schwarzach