„Die Waffen vom Bodensee“

Stellungnahme zum W&W-Artikel vom 19. Jänner: Die Überschrift des äußerst informativen und lesenswerten Artikels verspricht eine ausgewogene Sichtweise. Vom Frieden erfahren die Leserinnen und Leser allerdings nichts – da der Verein „Keine Waffen vom Bodensee“ mit Demonstrationen Druck auf Beschäftigte in Rüstungsbetrieben auszuüben versucht. Zweifelsohne lassen sich die Menschen nicht zu einem Arbeitsplatzwechsel animieren, wenn die moralische Keule geschwungen wird, was eine der Hauptaufgaben des Vereins „Keine Waffen vom Bodensee“ zu sein scheint. Den bisher­igen weißen Flecken auf der Landkarte Vorarlbergs konnten Lothar Höfler und WANN & WO nun zwar füllen, weil auch der dort ansässige Betrieb Simgun bekannt geworden und ein weiteres Stück Aufklärungsarbeit somit erledigt ist. Ob das allerdings für den Frieden schon ausreicht? Was braucht der Frieden, damit er Wirklichkeit werden kann? Wie gut, dass sich die „Friedensregion Bodensee e.V.“ explizit darum kümmert und neben der Aufklärung über ortsansässige Rüstungsbetriebe nach Alternativen zu militärischen Lösungen sucht. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Aufgabe ein fundamentales Umdenken in Politik und Gesellschaft erfordert. Doch wir wissen längst alle, dass in modernen Industrie­ländern ein sogenannter militärisch-industrieller Komplex unablässig wirkt, der eine wechselseitige Einflussnahme von Politik auf Ökonomie und Wirtschaft – wie auch umgekehrt –bewirkt. Die Friedensregion Bodensee veranstaltet Ausstellungen und Info-Tische, knüpft Kontakte zu Gleichgesinnten wie „Fridays“ und Parents for Future“, lädt ein zu friedenspädagogischen Seminaren, klärt auf über die negative Bilanz militärischer Manöver und ihre Rolle als Klimakiller, organisiert den Bodensee-Friedensweg gemeinsam mit anderen Gruppierungen und unterstützt das Szenario „Sicherheit neu denken“, um militärischer Sicherheitslogik eine zivile Alternative gegenüberzustellen. Wir holen jeden und jede dort ab, wo er/sie sich gerade befindet und hoffen, auf diese Weise einen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Welt zu leisten. Infos: www.friedensregion-bodensee.de

Kontakt: friedensregion-bodensee@posteo.de  
 

 Martina Knappert-Hiese,  Kressbronn