Eins, zwei, drei

Als Kind wurde ich einmal von einem Hund gebissen. Ich weiß, diese Geschichte habe ich Ihnen schon erzählt. Solche Geschichten beschäftigen uns aber auch lange – oft sogar ein Leben lang. Der Besitzer des Hundes war übrigens ein Metzger aus der Nachbarschaft. Sein Bello bewachte Haus, Hof und Metzgerei. Dumm nur, dass Bello den Bach überquerte, um mich dort beim Spielen zu beißen. Das war völlig unerwartet und hat mich tief getroffen. Mittlerweile kann ich immerhin darüberschreiben. Aber ich versichere Ihnen, schön war das nicht. Und mein Respekt und meine Angst vor Hunden gibt es immer noch. Auch wenn ich zugebe, dass ich nicht mehr bei jedem Hund zusammenzucke. Manchen kann ich mittlerweile sogar ganz freundlich ansprechen.

Was mir aber seit einigen Monaten – oder sind es schon Jahre? – auffällt, dass immer mehr Herrchen und Frauchen sich nicht mehr mit einem Hund begnügen. Häufig sind es zwei, drei oder gar vier Hunde, die beim Spazierengehen mitgeführt werden. Das gab es früher nicht. Ein Herrchen, ein Hund. Oder eben ein Frauchen, ein Hund. Was ist da geschehen? Sind das alles Hundesitter, die sich um die Hunde ihrer Freunde kümmern und mit der ganzen Hundeschar der Nachbarschaft Gassi gehen? Hat die Kynologie, das ist die Lehre von Rassen, Zucht, Pflege, Verhalten, Erziehung und Krankheiten der Haushunde ergeben, dass ein Hund nur dann glücklich ist, wenn er in Gesellschaft ist? Ist das Halten von Hunden so günstig geworden, dass einer allein nicht ins Gewicht fällt? Oder haben die Leute einfach viel mehr Geld, dass es nicht darauf ankommt, ob jemand einen oder vier Hunde zu erhalten hat? Sind diese Hundebesitzer mit nur einem Hund nicht ausgelastet? Fragen über Fragen, auf die ich keine Antwort weiß.

Und im Übrigen haben Sie Recht: Wenn Sie es wissen, dann lassen Sie es mich wissen.

In „Kopfstücke“ hat Gastkommentator Peter Kopf Raum für seine persönliche Meinung. Diese muss nicht mit der Redaktion übereinstimmen.

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