Nachbar-Bistum Chur

In der Schweiz ist das Ringen um die Erneuerung unserer Kirche genau so zäh wie bei uns. Speziell das Bistum Chur kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Als das Kirchenvolk Bischof Haas nicht mehr ertragen konnte, schuf der Vatikan eigens für ihn das Erzbistum Liechtenstein. Sein Nachfolger in Chur wurde für 8 1/2 Jahre der französischsprachige Bischof Amadée Grab und dann für 12 Jahre Vitus Huonder, ein Gesinnungsgenosse von Haas. Seit über einem Jahr ist die Diözese provisorisch besetzt durch den Apostolischen Administrator Bürcher, der im Dezember 75 Jahre alt wird und folglich dem Papst seinen Rücktritt anbieten muss. Die Leitungskrise von Chur hat die Katholiken über die Grenzen des Bistums hinaus polarisiert. Außerdem sorgen zur Zeit in der Schweiz die jüngsten Richtlinien der Kleruskongregation im Vatikan über Pfarreireformen zu Kontroversen. Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz , der Basler Bischof Gmür hatte den Mut, zu sagen, die Sichtweisen der am 20. Juli veröffentlichten Instruktion seien wirklichkeitsfremd sowie „theologisch defizitär und klerikalistisch verengt“. Ende August hatte Bischof Gmür im Vatikan eine Unterredung mit dem Papst, bei der es vermutlich um diese zwei Engpässe ging. Wir hoffen, dass er in beiden Fragen Positives erreicht hat.

 Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn

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