Notfallsanis entlasten Notärzte, Zivis helfen als Erstversorger aus

In diesem Jahr fehlten dem Roten Kreuz rund 15 Zivildiener in den Rettungsstellen.  Foto: APA

In diesem Jahr fehlten dem Roten Kreuz rund 15 Zivildiener in den Rettungsstellen.  Foto: APA

Die Notfallversorgung im Ländle befindet sich im Umbruch. ­Massive ­Personalengpässe ­sorgen für Ausnahme­situationen im Vorarl­berger ­Rettungsdienst.

„Der Rettungsdienst im Ländle steht vor dem Kollaps“, teilte das Rote Kreuz im Juni mit. Grund: Personalengpässe bei ehrenamtlichen Mitarbeitern und Zivildienern. Das Land sicherte umgehend Hilfe zu. Die Mittel aus dem Rettungsfonds wurden auf 7,1 Mio. Euro erhöht, schon 2019 sollen zehn neue Stellen geschaffen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass im Land Notärzte fehlen. Notfallsanitäter sollen die Notärzte entlasten, ein entsprechendes Pilotprojekt wird in Feldkirch derzeit getestet. Die Notfallversorgung befindet sich in einem Wandel.

Zivis bei der Rettung

Doch zurück zu den Zivildienern. Nach acht Wochen Grundausbildung kommen die jungen Männer in die ihnen zugewiesenen Abteilungen. Dann beginnt für sie der Ernst des Sani-Lebens. „Die Notfallversorgung wird tagsüber in erster Linie von beruflichem Personal und nachts sowie an Wochenenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern abgedeckt. Allerdings sind die Zivildienstleistenden eine äußerst wichtige Säule im Krankentransport und unsere verlässlichste Nachwuchsquelle“, erklärt Roland Gozzi, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Vorarlberg. Jedoch kann es vorkommen, dass Zivis als am schnellsten verfügbare Einheit zu einem Notfall entsandt werden und die ersten Maßnahmen setzen, bis die reguläre Notfallmannschaft am Notfallort eintrifft. „Die Patienten sind dabei aber in guten Händen, schließlich ist jeder Zivildiener ausgebildeter Rettungssanitäter.“ Lange, teils sehr intensive Arbeitstage sowie wiederkehrende Ausnahme- und Extremsituationen lassen den Dienst für die jungen – und zu Beginn noch unerfahrenen – Sanitäter zu einer echten Belastungsprobe werden. Doch wer diese besteht, lernt fürs Leben – und bleibt auch oft dabei. Und um es in den Worten von Herrn Gozzi zu sagen: „Der Dienst bei der Rettung ist eben kein Bürojob.“

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              Roland Gozzi
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Roland Gozzi