„Die Rechten dürfen wieder mehr“

Vorarlberger Beteiligung bei einer Demonstration der Identitären am Grenzübergang Spielfeld in der Steiermark.  Fotos: LPD Vorarlberg, Sams, Russmedia, APA

Vorarlberger Beteiligung bei einer Demonstration der Identitären am Grenzübergang Spielfeld in der Steiermark.  Fotos: LPD Vorarlberg, Sams, Russmedia, APA

Vergangene Woche stoppte die deutsche Grenz­polizei drei bewaffnete und unter Drogeneinfluss stehende Neonazis bei der Ausreise aus Vorarlberg. Grund des Aufenthalts ist unklar. Fest steht aber: Auch im Ländle sind Rechtsextreme aktiv.

Bewaffnet, ohne Schein, betrunken und auf Drogen: So stoppte die deutsche Polizei am vergangenen Donnerstag im Landkreis Lindau drei Neonazis nach ihrer Ausreise aus dem Ländle. Das Trio war auf dem Weg nach Thüringen, im Auto fanden die Beamten verbotene Waffen wie Springmesser, Revolver, ein Samurai-Schwert sowie Hakenkreuz-Devotionalien und Amphetamine. Was sie in Österreich getrieben haben, ist auch nach Anfrage bei der österreichischen und deutschen Polizei unklar.

Identitäre und Vikings

Rechte Straftaten waren in Vorarlberg zuletzt rückläufig, das bedeutet aber nicht, dass die Szene nicht aktiv ist. Gerade die Identitäre Bewegung wird immer mehr zum Thema, informiert das Institut für Sozialdienste. „Rechtes Gedankengut erhält zusehends eine Lobby. Die Rechten dürfen wieder mehr“, weiß Benjamin Gunz, Berater in der Extremismuspräventionsstelle des ifs. Auch die politische Großwetterlage in Österreich und vielen westlichen Ländern, die derzeit einen Rechtsruck erleben, macht rechte Gesinnung wieder salonfähig. „Die Stammtischparolen kommen gut an“, stimmt Rechts­extremismusexperte Franz Valandro zu. Dies führt dazu, dass sich neue Bewegungen gründen, wie etwa die selbsternannte Bürgerwehr „Vikings Security Austria“, die zuletzt in Linz in Erscheinung trat. „In Vorarlberg gibt es aber derzeit weder Kontakte zu den Vikings noch Tendenzen zu einer Bürgerwehr“, beruhigt Polizeisprecherin Susanne Dilp.

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