Partys, Promis und Lustenauer Senf

Vom Alten Rhein an die Alster: Reinhard Mätzler betreibt seit fast 25 Jahren erfolgreich eine PR- und Celebrity Agentur in Hamburg und hat dort sein neues Zuhause gefunden. Verschneite Berghänge vermisst er aber auch nach all den Jahren in der Hansestadt manchmal.  Fotos: handout/Mätzler, agencyCALL

Vom Alten Rhein an die Alster: Reinhard Mätzler betreibt seit fast 25 Jahren erfolgreich eine PR- und Celebrity Agentur in Hamburg und hat dort sein neues Zuhause
gefunden. Verschneite Berghänge vermisst er aber auch nach all den Jahren in der
Hansestadt manchmal.  Fotos: handout/Mätzler, agencyCALL

Seit fast 25 Jahren führt der gebürtige Lustenauer Reinhard Mätzler (48) die PR und Celebrity Agentur „agencyCALL“ in Hamburg und ist mit vielen Promis gut befreundet. Im Talk spricht er über Starallüren und seine Liebe zum Alten Rhein.


WANN & WO: Sie haben sich 1995 dazu entschieden, das Ländle hinter sich zu lassen und nach Bad Berleburg in NRW zu gehen – nicht gerade der typische Ort für eine Auswanderung. Was war der Grund für Ihren Umzug in die deutsche Gemeinde?

Reinhard Mätzler: Auf die Idee nach Deutschland zu gehen und eine Bildagentur aufzubauen, bin ich damals durch eigene Modelaufträge gekommen. Von Bad Berleburg aus habe ich dann für die beiden damals eher noch unbekannten Bands Backstreet Boys und NSYNC Fotoproduktionen realisiert. Da hat noch keiner so richtig geahnt, dass die Jungs so durch die Decke gehen würden (lacht).

WANN & WO: 1999 führte Ihr Weg Sie dann nach Hamburg, wo Sie auch die PR und Celebrity Agentur „agencyCALL“ gegründet haben. Wie kam es dazu?

Reinhard Mätzler: Nach den Anfängen der Agentur in Bad Berleburg, habe ich für den Otto-Konzern, der ja in Hamburg ansässig ist, redaktionelle PR Fotoproduktionen umgesetzt und so zog es mich dann auch in den „Hohen Norden“. In dieser Zeit hat sich dann meine Affinität zur Zusammenarbeit mit Prominenten herauskristallisiert und es sind viele Freundschaften entstanden.

WANN & WO: Ihr Agenturalltag ist von der Zusammenarbeit mit Stars und Prominenten geprägt, die Sie unter anderem für hochkarätige Events vermitteln. Was ist Ihnen bei der Wahl der Prominenten wichtig?

Reinhard Mätzler: Ich versuche immer Prominente zu finden, die einen großen Namen haben, aber schon länger nicht mehr in Deutschland waren. Letztes Jahr durfte ich beispielsweise mit Linda Gray (Dallas) sowie kürzlich mit Linda Evans (Denver Clan)
zusammenarbeiten.

WANN & WO: Was sagen Sie zum Thema Starallüren?

Reinhard Mätzler: Ich habe in den vielen Jahren meiner Tätigkeit die Erkenntnis gewonnen: je prominenter ein Star, desto umgänglicher die Person dahinter. Mit echten Starallüren wurde ich bisher noch nicht konfrontiert (lacht).

WANN & WO: Können Sie sich noch an ein besonderes Highlight mit einem Ihrer gebuchten Prominenten erinnern?

Reinhard Mätzler: Highlights gibt es in fast 25 Jahren natürlich viele. Aber ein besonderer Moment war ganz bestimmt, als ich Pippi Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson für die Berliner Fashion Week gebucht habe. Dort saß sie dann zwischen Nena und deren Tochter Larissa. Nena sagte anschließend zu mir, für sie sei dieser Moment noch cooler gewesen, als ihr Treffen mit Mick Jagger. Das freut einen dann natürlich schon.

WANN & WO: 1995 hat sich der Begriff „prominent“ sehr verändert – Stichwort „Social Media“. Wie gehen Sie in Ihrer Agentur mit der neuen Generation an Stars um?

Reinhard Mätzler: Die Sozialen Netzwerke haben ganz neue Stars hervorgebracht und darauf muss man als Agentur natürlich reagieren. Wenn ein Kunde auch Blogger und Influencer auf der Gästeliste haben möchte, dann wird dies von uns natürlich auch professionell umgesetzt. Wobei ich persönlich schon sagen muss, dass ich die Preise, die für solche Stars aufgerufen werden, als hoch empfinde. Die werden oft mit „echten“ A-Promis gleichgesetzt, die schon seit Jahren im Business sind und wirklich etwas geleistet haben. Aber ich denke, da wird sich in den kommenden Jahren auch die Spreu vom Weizen trennen.

WANN & WO: Thema Beständigkeit: Ihre Agentur feiert 2020 ihr 25-jähriges Jubiläum. Was denken Sie, ist Ihr Erfolgsrezept?

Reinhard Mätzler: Für mich ist Erfolg die Summe seiner Einzelteile, wie man so schön sagt. Ehrgeiz, Fleiß, Kontinuität bei der Verfolgung der eigenen Ziele und ein bisschen Glück gehören selbstverständlich dazu. Und natürlich Spaß. Ich liebe die Arbeit mit Menschen und denke, das ist das Wichtigste.

WANN & WO: Nicht nur beruflich, auch privat haben Sie nächstes Jahr allen Grund zu feiern. Ihr 50. Geburtstag steht an. Gibt es schon Pläne dafür?

Reinhard Mätzler: Ja, als wäre ein Jubiläum im Jahr nicht genug (lacht). Also noch ist nichts Konkretes geplant aber ich sage einmal so: Vor neun Jahren gab es schon eine große Party. Damals hat sogar Mary Roos für mich gesungen. Irgendwas lasse ich mir da schon einfallen. Da mein Geburtstag allerdings nur vier Tage vor Weihnachten ist, ist das mit dem Feiern immer ein bisschen schwierig.

WANN & WO: Verbringen Sie demnach Weihnachten in Hamburg oder doch im Ländle?

Reinhard Mätzler: An meinem Geburtstag selber handhabe ich das ganz unterschiedlich. Aber Weihnachten bin ich schon meistens bei meinen Eltern und meiner Großnichte in Vorarlberg. Meine Familie ist mir einfach wahnsinnig wichtig.

WANN & WO: Da scheint noch eine große Verbundenheit zu Vorarlberg zu bestehen. Wie oft zieht es Sie denn generell zurück in Ihre Heimat?

Reinhard Mätzler: Ich bin mehrere Male im Jahr im Ländle. Mamas Riebel ist die Reise jedes Mal wert (lacht).

WANN & WO: Gibt es Dinge, die Sie in ihrer Wahlheimat Hamburg besonders vermissen?

Reinhard Mätzler: Klar, da gibt es schon ein paar. Ich vermisse die Spaziergänge am Alten Rhein, viele kulinarische Dinge, wie eben Riebel oder Buchteln, aber am allermeisten fehlen mir als leidenschaftlicher Skifahrer die Berge. Mit einem frischverschneiten Hang kann auch der schönste Sonnenuntergang über der Elbe nicht mithalten.

WANN & WO: Können Sie nach all den Jahren in Deutschland noch „Luschnouerisch“?

Reinhard Mätzler: Klar. Den Lustenauer Dialekt verlernt man nie.

WANN & WO: Haben Sie die Entscheidung in den „Hohen Norden“ zu ziehen jemals bereut?

Reinhard Mätzler: Nein, niemals. Ich habe hier einen tollen Job und tolle Menschen um mich herum.

WANN & WO: Für viele ist Hamburg ja das Tor zur Welt. Ist die Stadt für Sie auch nur ein Zwischenstopp auf der Reise Ihres Lebens oder haben Sie hier oben im Norden Ihr Zuhause gefunden?

Reinhard Mätzler: Hamburg wird ja nicht grundlos auch „Meine Perle“ genannt – und für mich ist sie das definitiv. Ich reise zwar sehr gerne, entdecke neue Länder und lerne interessante Menschen kennen. Ich liebe zum Beispiel die Malediven. aber mein Herz schlägt für Hamburg, keine Frage. Und wenn ich Österreich mal wieder vermisse, dann gibt es bei mir Zuhause Schnitzel, Knödel oder Buchteln wie bei Mama. Für mich bedeutet das dann zwar eine Extrarunde um die Alster, aber solange es meinen Freunden und mir schmeckt, wird gekocht (lacht).

<p class="caption">Der Beginn einer wunderbaren Karriere: Reinhard Mätzler mit den Backstreet Boys. </p>

Der Beginn einer wunderbaren Karriere: Reinhard Mätzler mit den Backstreet Boys. 

<p class="caption">„Hamburger küsst Denver Clan-Star“: Der Besuch von Linda Evans vor Kurzem sorgte für Schlagzeilen.</p>

„Hamburger küsst Denver Clan-Star“: Der Besuch von Linda Evans vor Kurzem sorgte für Schlagzeilen.

<p class="caption">Reinhard Mätzler auf dem Bravo-Cover. </p>

Reinhard Mätzler auf dem Bravo-Cover. 

„Ich habe in den vielen Jahren meiner Tätigkeit die Erkenntnis gewonnen: je prominenter ein Star, desto umgänglicher die Person dahinter. Mit echten Starallüren wurde ich bisher noch nicht konfrontiert (lacht).“ Reinhard Mätzler über seine jahrelange Erfahrung mit Prominenten.

„Da hat keiner geahnt, dass die Jungs so durch die Decke gehen würden.“ Reinhard Mätzler über die Backstreet Boys und NSYNC

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