„Entscheidung obliegt Eltern“

Hinter der Unterbringung von Kindern, wie hier Sarah und Kaan in Feldkirch, steht ein großes Fragezeichen. Foto: Breuß/Sams, Georg Alfare

Hinter der Unterbringung von Kindern, wie hier Sarah und Kaan in Feldkirch, steht ein großes Fragezeichen. Foto: Breuß/Sams, Georg Alfare

Keine Adventstimmung in der Causa „Pädagogisches Förderzentrum Feldkirch“. W&W sprach mit Schulstadträtin und Vizebürgermeisterin Mag. Gudrun Petz-Bechter.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge, gerade in Bezug auf die gegenüber der Elterninitiative und des Elternvereins zugesagten Unterbringung der Kinder im Neubau der VS Altenstadt? Wie konkret wird dort die Lage für Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf aussehen? Im Grundsatzbeschluss ist festgehalten, dass in der Volksschule Altenstadt Kinder der Primarstufe vielfache Möglichkeiten für einen inklusiven Unterricht vorfinden (Kleinräume, Therapieräume, Sanitärräume, etc.). Uns stellt sich die Frage, wann und von wem der Elterninitiative/dem Elternverein diesbezüglich etwas zugesagt wurde?

Wie stehen Sie zum Vorwurf, dass das PFZ nun „ausgehungert“ werde, und den neu einzuschulenden Kindern mehr oder weniger keine andere Möglichkeit mehr bleiben würde, von vornherein sich für einen anderen Schultyp einzusetzen? Natürlich wird mit den Eltern der künftigen SchülerInnen ein Gespräch hinsichtlich der entsprechenden Möglichkeiten geführt. Ob sich diese Eltern dann für das PFZ, eine Regelschule oder eine andere Sonderschule entscheiden, bleibt ihrer Entscheidung überlassen.

Welche Pläne hat die Stadt für das Gebäude, wenn das PFZ geschlossen wird? Hierzu gibt es noch keine Pläne.

Inwiefern ist die Stadt an die Empfehlungen der Bildungsdirektion gebunden? Die Stadt nimmt die Empfehlung der Bildungsdirektion sehr ernst. Sie basiert auf der UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich ratifiziert hat. Auch beeinträchtigte Menschen sollen voll an der Gesellschaft teilhaben können (Art. 3). Österreich hat sich auch verpflichtet, alle geeigneten Maßnahmen zur Änderung oder Aufhebung bestehender Gesetze, Verordnungen, Gepflogenheiten und Praktiken zu treffen, die eine Diskriminierung von Menschen mit Behinderung darstellen (Art 4). Darüber hinaus sieht das Arbeitsprogramm der Vorarlberger Landesregierung vor, die Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu erhöhen. Mit einer kontinuierlichen Erhöhung des Anteils von Kindern mit speziellen Bedürfnissen an den Vorarlberger Schulen, wird die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung umgesetzt. Die Landesregierung spricht sich außerdem dafür aus, die Schulerhalter darin zu unterstützen, keine neuen Sonderpädagogischen Zentren zu bauen, sondern die Integration in die Sprengelschulen zu forcieren. Aus diesem Grund ist die Empfehlung der Bildungsdirektion aufzugreifen und die Stadtvertretung als beschließendes Organ mit diesem Thema zu befassen. Alles andere würde in der Konsequenz bedeuten, dass sich die Stadt über die Empfehlung der Experten in fachlicher Hinsicht hinwegsetzt und gleichzeitig aber auch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und das Arbeitsprogramm der Landesregierung ignorieren würde.

Wie ist die Stimmung in der Stadtvertretung, gerade in Bezug auf die Meinung von Grünen und der FPÖ? Die „Stimmung“ kann schwer abgeschätzt werden. Die FPÖ positioniert sich klar gegen eine Schließung des PFZ, bekanntermaßen setzten sich die Grünen für Inklusion ein (siehe auch Arbeitsprogramm Landesregierung).

<p class="caption">Gudrun Petz-Bechter</p>

Gudrun Petz-Bechter

Artikel 23 von 104
Wann & Wo | template