VGT steigt aus der „Task Force Tiertransporte“ aus!

Noch diese Woche soll der Endbericht der „Task Force Tiertransporte“ veröffentlich ­werden. Der VGT zog nun kurz vor der Publikation die Reißleine. Fotos: VGT, VOL Live, Sams

Noch diese Woche soll der Endbericht der „Task Force Tiertransporte“ veröffentlich ­werden. Der VGT zog nun kurz vor der Publikation die Reißleine. Fotos: VGT, VOL Live, Sams

Paukenschlag im Land: Der Verein gegen Tierfabriken gab gestern überraschend seinen Ausstieg aus der Arbeitsgruppe bekannt.

Nur wenige Tage, nachdem Landesrat Christian Gantner auf WANN & WO-Anfrage zum aktuellen Stand der „Task Force Tiertransporte“ informierte, gab der VGT nun überraschend seinen Ausstieg aus der Arbeitsgruppe bekannt. Das Hauptziel der Task Force, rechtliche Möglichkeiten zu finden, Tiertransporte aus Vorarlberg zu reduzieren, wäre verfehlt worden, die Verhandlungen ohne Erfolg geblieben, so der Verein in einer Aussendung. Der Abschlussbericht der Task Force soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

„Problem nicht erkannt“

Vertreten wurde der Verein in der Arbeitsgruppe von David Richter und Tobias Giesinger: „Wir haben den Arbeitsauftrag ernst genommen, um mit den Verantwortlichen in eine konstruktive Diskussion zu treten. Allerdings mussten wir feststellen, dass diese an einer wirklichen Lösung des Problems nicht interessiert sind – ja nicht einmal ein Problem erkennen“, so Richter. Und weiter: „Statt rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, die Transporte zu reduzieren, wurden juristische Auswege konstruiert, die bisher nicht rechtmäßig durchgeführten Transporte zu legitimieren.“ Man wolle sich mit dem Ausstieg „von dieser Vorgangsweise distanzieren.“

„Einseitige Besetzung“

Inhaltliche Details wollte der VGT aus Verschwiegenheitsgründen nicht bekannt geben, ließ aber durchblicken, dass „die einseitige Besetzung der Task Force, mit Personen aus Landwirtschaft und Viehhandel, kein angemessenes Ergebnis für die Tiere ermöglichte.“ Tobias Giesinger, VGT-Kampagnenleiter Vorarlberg: „Wie soll das auch der Fall sein, wenn die Landwirtschaftskammer und der Landesveterinär Norbert Greber, der selbst diese Transporte abgefertigt und verteidigt hatte, hauptverantwortlich für die Verfassung des Berichtes sind?“ Laut Giesinger zeige sich einmal mehr, dass die Interessen von Landwirtschaft und Tierschutz oft konträr sind.

„Fehlender Wille“

Giesinger räumt ein, dass einige der Empfehlungen, die in der Task Force durch die Sprecherin Susanne Waiblinger formuliert wurden, ein Schritt in die richtige Richtung im Sinne des Tierwohls und damit auch begrüßenswert seien, die Maßnahmen aber nicht in der Lage seien, die Transporte zu verringern. Zudem würden aufgrund des fehlenden Willens der verantwortlichen Personen, die Transporte zu reduzieren und/oder auf weite Sicht obsolet zu machen, diese Punkte auch kaum Anklang finden.

„Auftrag klar verfehlt“

„Der primäre Arbeitsauftrag des Landes an die Task Force war die Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten, Tiertransporte zu reduzieren und unbedingt erforderliche Transporte unter vollständiger Einhaltung der Tiertransportvorschriften durchzuführen“, so Giesinger im Gespräch mit WANN & WO. Gegenteiliges sei aber der Fall: „Es wurden keinerlei rechtliche Möglichkeiten vorgebracht, die Transporte zu reduzieren, obwohl diese bestünden und vom VGT kommuniziert wurden. Der Arbeitsauftrag wurde somit ganz klar verfehlt.“ Auch was die Task Force unter „unbedingt erforderlichen Transporten“ verstehe, zeige klar, dass es in Zukunft keinerlei Einschränkungen geben soll: „Die Transporte in Zukunft rechtskonform durchführen zu wollen, sollte keine Errungenschaft der Task Force sein, sondern eine Selbstverständlichkeit und das absolut Mindeste.“

<p class="caption">David Richter, VGT</p>

David Richter, VGT

<p class="caption">Tobias Giesinger</p>

Tobias Giesinger

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