Gestatten, die „First Lady“ von Bregenz

Hinter jedem großen Mann steht eine große Frau. WANN & WO sprach mit jener von Bürgermeister Ritsch.

WANN & WO: Freud und Leid lagen bei dir und deinem Mann zuletzt nah beieinander: Kurz nach seiner Wahl zum Bregenzer Bürgermeister erkrankte er an Corona. Wie ging es dir in dieser Zeit?

Yvonne Ritsch: Ich hatte zuerst einmal natürlich große Sorge um ihn – wir wussten ja gar nicht, was auf uns zukommt, wie diese Krankheit verläuft. Ich habe grundsätzlich großen Respekt vor dem Virus. Aber ich bin der Meinung, dass Angst nichts nützt, denn sie bedeutet Stress und der schwächt unser Immunsystem. Ich habe mich deshalb darauf konzentriert, ihn mit Aromatherapie, angepasster Supplementierung und guter Ernährung zu unterstützen, was gut funktionierte.

WANN & WO: Hat dein Mann auch schon davor deine Lebensweise adaptiert?

Yvonne Ritsch: Als mein Mann und ich zusammengekommen sind, hat er sich an meine Lebensweise angepasst und Spaß daran gefunden. Ganz von selbst, ich hatte das gar nicht von ihm erwartet. Diese Veränderung sieht man ihm auch an, er wirkt vitaler und einfach gesünder als bei unserem
Kennenlernen vor 25 Jahren.

WANN & WO: Ihr kennt euch schon ganze 25 Jahre?

Yvonne Ritsch: Ja genau, durch die Politik: Ich wollte unbedingt einmal einen Wahlkampf mitmachen und habe damals im Team von Manfred Bliem mitgewirkt. Dort traf ich dann Michael und spürte gleich, dass eine besondere Verbindung da ist.

WANN & WO: Es hat dann aber noch gedauert mit euch, ihr seid vor neun Jahren schließlich zusammengekommen. Wie war das?

Yvonne Ritsch: Wir trafen uns im Landhaus und irgendwie war einfach klar, jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Bis heute habe ich das Gefühl, ich bin angekommen.

WANN & WO: Hat sich das Miteinander seit der Wahl geändert?

Yvonne Ritsch: Wir haben vorher sehr viel Zeit miteinander verbracht, das ist jetzt nicht mehr in diesem Ausmaß möglich. Für uns bedeutet das, uns neu zu organisieren. Das ist eine große Herausforderung, aber daran wachsen wir und es gibt immer einen Weg. Ich freue mich für Michael und bin sehr stolz auf ihn. Eines kann ich mit Überzeugung sagen, langweilig wird mir bestimmt nicht.

WANN & WO: Wie verbringt ihr die rare, gemeinsame Zeit?

Yvonne Ritsch: Ich gehe gern laufen und wenn es sich ausgeht, begleitet Michael mich. Außerdem gehen wir gern gut essen oder mein Mann kocht. Er kocht fantastisch, vergleichbar mit einem Haubenkoch – einfach eine schöne Zeit zu zweit.

WANN & WO: Du bist selbst auch gut eingespannt: Du be-treibst dein eigenes Geschäft „Yvonnes Welt“ in der Bregenzer Innenstadt. Wie bist du dazu gekommen?

Yvonne Ritsch: Ich hatte vor zehn Jahren große Probleme mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten – ich vertrug nur noch Karotten und Kartoffeln. Ich habe mich dann mit meinem Körper auseinandergesetzt und lernte mich richtig gut kennen. Meine Ausbildungen als dipl. Ernährungstrainerin und dipl. Kräuterpädagogin krönten das Ganze und daraus ist die Idee für das Geschäft entstanden. So gebe ich mein Wissen an Interessierte weiter, die sich mit ihrem Körper auseinandersetzen wollen. Allgemeinmedizin ist gut, mir fehlt aber die ganzheitliche Betrachtung und Frage nach dem „Warum“.

WANN & WO: Was kann jeder tun, um gesünder zu leben?

Yvonne Ritsch: Wasser! Wir müssen verstehen, welche Wirkung Wasser hat, wie wichtig es ist, viel zu trinken. Nur so können wir unseren Körper wirklich reinigen und stärken.

<p class="caption">Yvonne Ritsch mit ihrem Mann Michael, kurz nachdem dieser die Wahl zum Bregenzer Bürgermeister gewonnen hat. Fotos: Sams, Steurer</p>

Yvonne Ritsch mit ihrem Mann Michael, kurz
nachdem dieser die Wahl zum Bregenzer
Bürgermeister gewonnen hat. Fotos: Sams, Steurer

<p class="caption">Redakteurin Anja traf Yvonne Ritsch in ihrem Geschäft in Bregenz.</p>

Redakteurin Anja traf Yvonne Ritsch in ihrem Geschäft in Bregenz.

„Wir haben vor der Wahl sehr viel Zeit miteinander verbracht, das ist jetzt nicht mehr in diesem Ausmaß möglich. Für uns bedeutet das, uns neu zu organisieren. Das ist eine große Herausforderung, aber daran wachsen wir und es gibt immer einen Weg.“

Yvonne Ritsch über das veränderte Miteinander seit der Wahl ihres Mannes zum Bürgermeister.

„Ich hatte zuerst große Sorge um Michael und habe großen Respekt vor dem Virus. Aber ich bin der Meinung, dass Angst nichts nützt, denn sie bedeutet Stress und der schwächt unser Immunsystem.“

Yvonne Ritsch über die Covid-Erkrankung ihres Mannes.

Kurz gefragt ...

Berge oder See?
Berge – sogar als Bregenzerin!

Kräutertee oder Weiß-Sauer?
Kräutertee. Bei Bier statt Weiß-Sauer hätte ich länger überlegt. (lacht)

Party oder gemütlicher Abend?
Gemütlicher Abend.

Kopf oder Bauch?

Bauch.

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