„Herr Wallner: Eskalieren Sie bei der Clubnight?“

WANN & WO im Gespräch mit Landeshauptmann Markus Wallner.

WANN & WO im Gespräch mit Landeshauptmann Markus Wallner.

Vorarlbergs Landeshauptmann über die „clubnight Vorarlberg“, Impfquoten und welche Lokale er als junger Student besucht hat.

WANN & WO: Die „clubnight Vorarl­berg“ wurde kürzlich ins Leben gerufen. Ein Abend, an welchem Geimpfte Gratis-Zugang zu über zehn Clubs haben. Wie war bislang das Feedback?

Markus Wallner: Bis jetzt war es sehr gut. Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, wie wir die Nachtgastronomie unterstützen können. Über zehn Clubs sind am 6. November mit dabei. Für geimpfte Gäste ist der Eintritt kostenlos. Es entsteht eine Win-win-Situation. Der Szene wir geholfen (Anm.: Das Land ersetzt den Umsatzentgang durch das fehlende Eintrittsgeld) und zudem kann die Aktion ein Beitrag zum Impfen sein. Ich halte eine Kooperation wie diese für sinnvoller, als nur von Verboten zu sprechen.

WANN & WO: Waren Sie früher selbst aktiver Clubgänger?

Markus Wallner: Selbstverständlich. Hauptsächlich natürlich während der Studienzeit in Innsbruck. Unsere Lieblingslocation war damals das „Filou“. Dort war ich Stammgast (lacht). In Vorarlberg hatten wir natürlich auch gute Zeiten – vor allem im „Sender“.

WANN & WO: Eskalieren Sie auch bei der Clubnight?

Markus Wallner: Mittlerweile weiß ich auch, was in diesem Zusammenhang mit „Eskalieren“ gemeint ist. Ich habe ja junge MitarbeiterInnen im Büro. Es ist positiv konnotiert und bedeutet ja soviel wie Spaß haben oder abfeiern. Bei mir wird es etwas gesitteter zugehen, die totale Eskalation werde ich vermeiden (lacht). Es ist gut möglich, dass ich dabei bin. Ob ich alle Clubs schaffe, weiß ich allerdings nicht (lacht).

WANN & WO: Dann könnte man ja mit WANN & WO zusammen einen Club-Crawl organisieren?

Markus Wallner: Das ist eine gute Idee. Dann können wir schauen, wer die bessere Kondition hat (lacht).

WANN & WO: Durch den kostenlosen Eintritt für Geimpfte setzt man erstmalig auf sogenannte „Incentives“. Sind weitere Aktionen geplant?

Markus Wallner: Es gibt Überlegungen. Natürlich hängt es mit der Frage zusammen, wie wir die Impfquote steigern können. Aktuell liegen wir bei einer Quote von knapp über 60 Prozent. An sich kein schlechter Wert, aber zu wenig, um sagen zu können, dass die Pandemie beendet wäre. Es gibt zudem starke Altersunterschiede. Bei den Jüngeren ist die Impfquote geringer, als bei den Älteren. Wir haben ein eigenes Impfteam, das auch darüber nachdenkt, wie wir weitere Anreize schaffen können. Es braucht die Mithilfe der jüngeren Generation, wenn wir die Pandemie besiegen wollen.

WANN & WO: Die Jungen helfen sich damit auch selbst, auch was deren Entwicklung angeht.

Markus Wallner: Genau. Die junge Generation wurde und wird durch die Pandemie enorm eingeschränkt. Ich kenne Studierende, die im vergangenen Herbst inskribiert haben und erst jetzt zum ersten Mal einen Hörsaal von innen sehen werden. Ich kann in diesem Kontext nur raten, sich impfen zu lassen. Mit der Impfung komme ich überall hinein und kann praktisch alles tun. Ohne bin ich eingeschränkt und gesundheitlich einem größeren Risiko ausgesetzt.

WANN & WO: Dänemark hat eine Impfquote von über 80 Prozent, hat die Pandemie praktisch für beendet erklärt. Ein Vorbild bzw. ist ein Vergleich mit Österreich sinnvoll?

Markus Wallner: Vergleiche sind immer schwierig. Die hohe Impfrate ist allerdings beeindruckend, übrigens mittlerweile auch in Italien. Man sieht am Beispiel Dänemark, dass die Impfung aus der Pandemie herausführt. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Die Botschaft ist: Wir haben es selbst in der Hand. Jeder kann durch die Impfung seinen Beitrag leisten. Auch bei uns fehlt nicht mehr viel. Wenn wir zehn Prozent mehr Geimpfte hätten und die Genesenen dazu zählen, dann sind wir auf einem sehr guten Weg und in der Pandemiebekämpfung wahrscheinlich durch. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht zeigt Dänemark, dass eine entsprechende Durchimpfungsrate positive Auswirkungen auf den Markt hat.

WANN & WO: Zum Abschluss:
Welche positiven Erkenntnisse gibt es aus Ihrer Sicht nach rund eineinhalb Jahren Pandemie?

Markus Wallner: Die gibt es sicher. Allerdings tut man sich schon schwer zu sagen, dass die Pandemie etwas Positives haben soll. Aus meiner Sicht ist vor allem der Wert der Familie wieder gestiegen, auch jener der Schule und Vereine. Das ist vor allem auch bei jüngeren Menschen stark zu sehen. Allgemein gesehen haben wir natürlich einen enorm starken Digitalisierungsschub durchgemacht.

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              Zur Person: LH Markus Wallner
            </p><p>Alter, Wohnort: 54, Frastanz</p><p>Politische Funktionen, u.a.: Landeshauptmann von Vorarlberg seit 2011, Landesparteiobmann seit 2012, Klubobmann der ÖVP-Landtagsfraktion im Vorarlberger Landtag von 2003 bis 2006</p><p>Familienstand: verheiratet, drei Kinder</p>

Zur Person: LH Markus Wallner

Alter, Wohnort: 54, Frastanz

Politische Funktionen, u.a.: Landeshauptmann von Vorarlberg seit 2011, Landesparteiobmann seit 2012, Klubobmann der
ÖVP-Landtagsfraktion im Vorarlberger Landtag von 2003 bis 2006

Familienstand: verheiratet, drei Kinder

„Selbstverständlich. Hauptsächlich natürlich während der Studienzeit in Innsbruck. Unsere Lieblingslocation war damals das „Filou“. Dort war ich Stammgast (lacht). In Vorarlberg hatten wir natürlich auch gute Zeiten – vor allem im ,Sender‘.“

Landeshauptmann Markus Wallner über Clubbesuche während der Studentenzeit.

Kurz gefragt ...

Meine Lieblings-App:
Spotify, denn ich höre viel Musik. Damit man alle Neuerscheinungen immer im Blick hat, kann ich vor allem das Release-Radar empfehlen.

Vorarlberg in fünf Jahren?
Ich hoffe wirtschaftlich erfolgreich, mit einer Vollbeschäftigung und beim
Klimaschutz große Schritte gesetzt.

Von diesem Verein bin ich Fan und warum? Es gibt mehrere, aber von einem ganz besonders – der Turnerschaft Frastanz. Meine Heimat als Kind und als Jugendtrainer.

Urlaubsziel, außerhalb von
Vorarlberg: In gewissen Regelmäßigkeiten das Südtirol, vor allem wegen des Bergsteigens. Die Dolomiten sind einfach außergewöhnlich.

Gibt es ein Politiker-Vorbild außerhalb von Vorarlberg und Österreich:
Die Europakompetenz von Angela Merkel hat mich immer tief beeindruckt.

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