„Das ist Totalversagen von Gantner und Moosbrugger“

Im vierten Teil der Jungpolitiker-Serie sprach WANN & WO mit Robert Blum von der FPÖ über den Schlachthof Dornbirn, Corona und Herbert Kickls Impf-Status.

WANN & WO: Du bist im vergangenen Jahr erstmals bei der Höchster Gemeinderatswahl angetreten – mit dem erklärten Ziel, die ÖVP-Mehrheit zu brechen, wie du damals sagtest. Das hat ja nicht geklappt.

Robert Blum: Ja, es war knapp – zumal die Ibiza-Affäre noch sehr präsent war. Die hat sich auf Landes- und auch auf Ge-meindeebene niedergeschlagen. Dafür war ich aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das Ziel für die nächste Wahl bleibt es aber natürlich, dann die ÖVP-Mehrheit zu brechen.

WANN & WO: Wie bist du selbst zur Politik gekommen?

Robert Blum: Durch meinen Vater bin ich sehr zeitig schon in die Gemeindepolitik gekommen. Mit 19 Jahren war ich schon im Sportausschuss und immer wieder auch als Ersatzmitglied in der Gemeindevertretung. Das hatte mir gleich gefallen und mich interessiert.

WANN & WO: Und warum gerade FPÖ?

Robert Blum: Ich gehe selbst nicht mit allem konform, wofür die FPÖ steht. Aber immerhin kann man dort offen sagen, was man denkt. Bei der ÖVP habe ich das Gefühl nicht. Ich denke, dort muss man eher aufpassen, nicht alles auszusprechen und nicht anzuecken. Außerdem kann sie seit gefühlt 50 Jahren in der Landesregierung die Missstände, vor allem in der Landwirtschaft, nicht beheben.

WANN & WO: Du spielst auf den Schlachthof an?

Robert Blum: Genau. Damals, als mein Vater noch in der Landwirtschaftskammer war, hat er schon von dem Thema erzählt. Man weiß schon so lange, dass eine Lösung gebraucht wird. Was kam, waren aber nur Sonntagsreden und leere Versprechungen. Ende des Jahres, in weniger als zwei Monaten, wird der Schlachthof Dornbirn geschlossen und es gibt keine Lösung für danach. Das ist ein Totalversagen vom Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger vom
Landesrat Christian Gantner.

WANN & WO: Dennoch ist die FPÖ unter jungen Leuten ja wahrscheinlich nicht gerade die „angesagteste“ Partei.

Robert Blum: Ist es seit der jüngsten Vergangenheit nicht mehr. Vor der Klimabewegung und Ibiza sah das anders aus. Wobei sich die ganze Aufregung um die Affäre jetzt gerade auch wieder relativiert, wenn ich da so zur ÖVP und Sebastian Kurz schaue. Bei der FPÖ ist Heinz-Christian Strache immerhin schnell zurückgetreten, Kurz hat diesen Schritt extrem herausgezögert. Und er ist trotzdem Klubobmann geblieben – das wäre bei Strache undenkbar gewesen. Insofern denke ich, dass sich die Wähler und gerade auch die Jungen wieder zur FPÖ hinwenden werden, wenn sie diese Vorgänge bei der ÖVP beobachten. Zudem sagen die Freiheitlichen als einzige das, was sich viele nicht zu sagen trauen, ob nun zum Klima oder zu Corona.

WANN & WO: Etwas zum Thema Corona zu sagen, war FPÖ-Chef Herbert Kickl zuletzt sehr wichtig: Er hatte eine Presse-
konferenz einberufen, um seinen Status als Nicht-Geimpfter zu erklären. Wie siehst du das?

Robert Blum: Herbert Kickl hat sich von den Gerüchten, dass er geimpft sei, angegriffen gefühlt – ob nun zu Recht oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls wurde ihm vorgeworfen, dass er lügen würde, wenn er sagt, er sei nicht geimpft. Das wollte er klarstellen und das kann ich verstehen.

WANN & WO: Das sehen und sahen viele anders und nicht zuletzt dadurch hat das Ansehen der FPÖ zuletzt wieder gelitten. Bist du einmal schief angeschaut worden für deine Parteizugehörigkeit?

Robert Blum: Eigentlich nicht. Die Menschen kennen mich ja und wissen, dass die ganzen Vorurteile, die gegen die FPÖ gestreut werden, auf mich nicht zutreffen.

WANN & WO: Würde dir auch eine höhere Position als Gemeinderat vorschweben oder bist du fein damit?

Robert Blum: Mein Terminkalender ist im Moment ziemlich voll: Ich habe den Betrieb, eine zweijährige Tochter, sitze im Gemeinderat und der Landwirtschaftskammer – das reicht mir erst einmal. Aber man soll ja niemals nie sagen.

<p class="caption">Redakteurin Anja traf Robert in seinem Zuhause in Höchst.  Fotos: Sams </p>

Redakteurin Anja traf Robert in seinem Zuhause in Höchst.  Fotos: Sams

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              Welche Netflix-Serie schaust du gerade?
            </p><p>Ich schaue gar kein Netflix. (lacht) Dafür habe ich mit der Familie, der Politik und dem Betrieb einfach keine Zeit. Wenn, dann schaue ichFußball und Krimis – der „Tatort“ am Sonntagist Pflicht.</p>

Welche Netflix-Serie schaust du gerade?

Ich schaue gar kein Netflix. (lacht) Dafür habe ich mit der Familie, der Politik und dem Betrieb einfach keine Zeit. Wenn, dann schaue ich
Fußball und Krimis – der „Tatort“ am Sonntag
ist Pflicht.

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              Was hörst du gerade bei Spotify?
            </p><p>Das letzte Lied, das ich gehört habe, war „Schwan“ von Gölä. Ich war am Wochenende DJ auf einer Feier und das ist dabei immer der letzte Song, den ich auflege.</p>

Was hörst du gerade bei Spotify?

Das letzte Lied, das ich gehört habe, war „Schwan“ von Gölä. Ich war am Wochenende DJ auf einer Feier und das ist dabei immer der letzte Song, den ich auflege.

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            </p><p>Das schaue ich gar nicht. Gibt es da richtige Shows?! (lacht)</p>

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            </p><p>Ich bin nur auf Facebook und auf Twitter. Und dort war es zuletzt ein Post von Public-Health-ExperteMartin Sprenger, der die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisiert.</p>

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Ich bin nur auf Facebook und auf Twitter. Und dort war es zuletzt ein Post von Public-Health-Experte
Martin Sprenger, der die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisiert.

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            </p><p>Meine Frau und ich vor der Allianz-Arena in München.</p>

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Meine Frau und ich vor der Allianz-Arena in München.

Serie



In unserer neuen W&W-Reihe „Politik – Next Generation“ stellen wir die aufstrebenden Nachwuchstalente der fünf großen Parteien in Vorarlberg vor. Bisher waren das Alp Sanlialp von der SPÖ, Fabienne Lackner von den Neos und Leah Birnbaumer von den Grünen. Den Abschluss der Jungpolitiker-Reihe bildet in der kommenden Ausgabe Raphael Wichtl, Landtagsabgeordneter der ÖVP.

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