„Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander!“

„Ich weiß, dass diese Maßnahme ein harter und einschneidender Schritt ist. Die Impfung schützt aber vor einem schweren Krankheitsverlauf und ohne eine entsprechende Durchimpfungsrate werden wir uns in einer Spirale von Welle zu Welle und damit von Lockdown zu Lockdown weiterbewegen“, so Markus Wallner über die Impfpflicht.

„Ich weiß, dass diese Maßnahme ein harter und einschneidender Schritt ist. Die Impfung schützt aber vor einem schweren Krankheitsverlauf und ohne eine entsprechende
Durchimpfungsrate werden wir uns in einer Spirale von Welle zu Welle und damit von Lockdown zu Lockdown weiterbewegen“, so Markus Wallner über die Impfpflicht.

Hoffnungen, Wünsche und Herausforderungen im Jahr 2022. LH Markus Wallner im WANN & WO- Neujahrs-Talk.

WANN & WO: Herr Landeshauptmann, haben Sie schöne Feiertage verbracht?

LH Markus Wallner: Auch über die Feiertage war aufgrund der weiterhin angespannten Pandemielage leider nur eine kurze Auszeit möglich. Diese habe ich mit meiner Familie verbracht.

WANN & WO: Welche Vorsätze haben Sie sich für das Jahr 2022 genommen?

LH Markus Wallner: Dass ich mir im neuen Jahr vielleicht doch etwas mehr Zeit für meine Familie und Sport frei schaufeln kann.

WANN & WO: Wenn Sie einen Wunsch für 2022 frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

LH Markus Wallner: Dass wir diese Pandemie ein für alle Mal hinter uns lassen können.

WANN & WO: Die Jugend wurde durch die Pandemie ordentlich
ge­­beutelt. Gibt es Pläne bzw. Unterstützungsmaßnahmen für die
jungen Leute im neuen Jahr?

LH Markus Wallner: Wir haben erst im Oktober ein Chancenpaket für Kinder, Jugendliche und ihre Familien präsentiert. Insgesamt werden damit von Land, Bund und Gemeinden über 20 Millionen Euro in die Hand genommen, um die junge Generation möglichst unbeschadet durch die Pandemie zu bringen. Das ist dringend notwendig, weil unsere Jugend in dieser schwierigen Zeit ganz besonders gefordert ist. So bauen wir bestehende Maßnahmen weiter aus, aber auch neue Angebote und Unterstützungsleistungen werden angeboten. Ein Beispiel sind die Caritas-Lerncafés, deren Ausbau im neuen Jahr landesweit weiter vorangetrieben wird.

WANN & WO: Welche weiteren Projekte stehen für die junge Generation 2022 im Fokus? Stichworte: Bildung, Wohnen, Unterstützung für sozial Schwächere?

LH Markus Wallner: Im Bildungsbereich werden wir wie bereits erwähnt die Lerncafés landesweit ausrollen. Zudem treiben wir gemeinsam mit allen Partnern auch den weiteren Ausbau ganztägiger Schulformen voran. Besonderer Stellenwert hat dabei der Ausbau von verschränkten Ganztagesklassen. Im Bereich des Wohnens werden wir circa 450 günstige gemeinnützige Wohnungen errichten. In diesem Bereich sind selbstverständlich wieder Wohnungen für junge Erwachsene und Familien vorgesehen. Auch wenn die Pandemie finanziell tiefe Eindrücke im Landesbudget hinterlassen hat, werden wir die zahlreichen Sozial­leistungen des Landes – Heizkostenzuschuss, Mindestsicherung, Wohnbeihilfe, Wohnbauförderung oder den Familienzuschuss – nicht kürzen. Die Sozialleistungen bleiben weiterhin vollumfänglich erhalten.

WANN & WO: Mit Februar tritt die Impfpflicht in Kraft. Was sind ihre Erwartungen bzw. Hoffnungen?

LH Markus Wallner: Ich weiß, dass diese Maßnahme ein harter und einschneidender Schritt ist. Die Impfung schützt aber vor einem schweren Krankheitsverlauf und ohne eine entsprechende Durchimpfungsrate werden wir uns in einer Spirale von Welle zu Welle und damit von Lockdown zu Lockdown weiterbewegen. Vor diesem Hintergrund ist eine Impfpflicht aus heutiger Sicht der einzige Ausweg. Derzeit läuft dazu eine intensive Begutachtung, die es jetzt einmal abzuwarten gilt.

WANN & WO: Was kann die Politik tun, um die Spaltung in der Bevölkerung (Impfgegner, Impfbefürworter) aufzuhalten?

LH Markus Wallner: Wir brauchen jetzt ein miteinander, anstatt ein gegeneinander. Denn dieser Zusammenhalt hat Vorarlberg immer stark gemacht. Man muss jedenfalls er­­­­­­­­kennen, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die der Impfung aus verschiedensten Gründen skeptisch gegenüberstehen. Ich empfehle daher in erster Linie, sich an den eigenen Hausarzt zu wenden. Zudem brauchen wir eine Abrüstung der Worte. Jeder kann zur Beruhigung der Lage beitragen. Im Umkehrschluss appelliere ich gleichzeitig an alle Kräfte, auch auf bewusste Falschmeldungen zu verzichten und immer eine genaue Quellenüberprüfung von Meldungen durchzuführen. Auch Falschmeldungen tragen zur Polarisierung und zu Angst in der Bevölkerung bei.

WANN & WO: Nach zehn Jahren Regierungsverantwortung. Welche großen Ziele wollen Sie noch für Vorarlberg erreichen?

LH Markus Wallner: Oberstes Ziel bleibt weiterhin, dass wir unseren Wohlstand, unseren innovativen Produktionsstandort und unsere Natur im Land erhalten. Wichtige Zukunftsprojekte, die in den kommenden Jahren verwirklicht werden sollen, sind für mich das Hochwasserschutzprojekt „Rhesi“ sowie die S18. Aber auch die „Marke Vorarlberg“ – Vorarlberg bis 2035 zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder machen – oder Fachkräfte­ausbildung weiter vorantreiben, bleiben selbstverständlich wichtige Schwerpunkte.

WANN & WO: Ein Blick in die Zukunft. Vorarlberg im Jahr 2030. Wie präsentiert sich das Land im Idealfall?

LH Markus Wallner: Es wird ganz wichtig sein, die Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg, nachhaltigem Klimaschutz und sozialer Gesinnung zu halten. Für die Zukunft unseres Landes wird es ganz entscheidend sein, dass diese Themen im Gleichgewicht bleiben.

<p class="caption">Landeshauptman Markus Wallner im Gespräch mit WANN & WO.</p>

Landeshauptman Markus Wallner im Gespräch mit WANN & WO.

„Wir brauchen eine Abrüstung der Worte. Jeder kann zur Beruhigung der Lage beitragen. Im Umkehrschluss appelliere ich an alle Kräfte auch auf bewusste Falschmeldungen zu verzichten.“

(Landeshauptmann Markus Wallner)

„Oberstes Ziel bleibt weiterhin, dass wir unseren Wohlstand, unseren innovativen Produktionsstandort und unsere Natur im Land erhalten.“

(Landeshauptmann Markus Wallner über Ziele, die er für Vorarlberg erreichen will)