„Instagram ist kein Modeln“

Lebt für die Fashion-Welt: Vorarlbergs Model-MacherDominik Wachta mit seinem Talent Arantxa. Foto: privat

Lebt für die Fashion-Welt:
Vorarlbergs Model-Macher
Dominik Wachta mit seinem Talent Arantxa. Foto: privat

Mit nur 21 Jahren gründete Dominik Wachta aus Krumbach seine erste Modelagentur. Heute betreibt er 1st Place Models, lebt in Spanien und ist auf dem internationalen Fashionparkett zuhause.

WANN & WO: Sie waren das Baby auf dem Pamperskarton. Letztlich wollten Sie dann aber doch lieber hinter als vor die Kamera?

Dominik Wachta: Diese Geschichte wird mich wohl ewig verfolgen. (lacht) Als Kind war ich wohl recht fotogen, aber Topmodel-Potential hatte ich nicht. Das ist mir rasch klar geworden. Daraufhin begann ich mit 16 als Booking Assistant.

WANN & WO: Dann kam schnell auch schon die erste eigene Model-agentur: Sie haben Jademodels im Alter von 21 Jahren gegründet.

Dominik Wachta: Mir war einfach schon früh klar, dass ich auf jeden Fall in dieser Richtung weitergehen möchte. Dass ich jetzt, 18 Jahre später, noch immer in der Branche bin, hätte ich damals aber auch nicht gedacht. (lacht)

WANN & WO: Ein ziemlich großer Schritt in so einem jungen Alter. Schwang da nicht ein bisschen Angst und Respekt mit?

Dominik Wachta: Ich fürchte, ich hatte eher zu wenig Angst und Respekt. (lacht) Ich hatte meinen eigenen Kopf und habe mir nichts sagen lassen, wodurch ich auch viel Lehrgeld zahlen musste. Heute finde ich, dass es vielleicht nicht ganz so viel Polarisierung und „gegen die Wand“ gebraucht hätte.

WANN & WO: Jademodels war damals, mittlerweile leiten Sie die Agentur 1st Place Models. Wie war der Weg dorthin?

Dominik Wachta: Ich habe Jademodels vor Jahren verkauft – den Namen aber nicht, vielleicht mache ich damit mal noch eine Modelschule oder ähnliches auf. Nach dem Verkauf habe ich drei Jahre als Lineproducer für eine Agentur gearbeitet, die unter anderem Vogue-Produktionen macht. Dabei bin ich sehr viel in der Welt herumgekommen, war unter anderem in Sankt Petersburg und Ägypten.

WANN & WO: Das klingt doch sehr spannend – wie kam es dann zur Gründung von 1st Place Models?

Dominik Wachta: Ich kann es nicht anders erklären als: Ich habe es einfach wieder gespürt. An den Moment erinnere ich mich genau: Ich saß 2019 in Norwegen am Fjord, habe geangelt und hatte diese Idee. 1st Place Models verfolgt ein ganz neues, eigenes Konzept. Eine Strategie, die den drei Jahren als Lineproducer in mir gereift ist: weniger ist mehr, Quantität statt Qualität.

WANN & WO: Das heißt, Sie haben jetzt weniger Models in der Kartei als früher?

Dominik Wachta: Zum Vergleich: Wir hatten früher über 300 Models und haben jetzt 20. (lacht) Viele Agenturen haben Unmengen Kartei-leichen. Der Kontakt zu diesen vielen Models ist nicht sehr persönlich. Davon wollte ich weg.

WANN & WO: Und diese Strategie ist aufgegangen?

Dominik Wachta: Das ist sie. Wir durften schon mit vielen großen Marken zusammenarbeiten: Armani, Versace, Dior, Louis Vuitton, Wolfgang Joop … Und wir hatten schon mehrfach Models bei der New York Fashion Week. Besonders erfolgreich war dabei Aleksandra Zdero, die 2011 „Österreichs Nächstes Topmodel“ gewonnen hatte. Sie war schon zweimal bei der New York Fashion Week und lief da auch etwa neben Giselle Bündchen.

WANN & WO: Solche Castingshows waren vor einigen Jahren der
Renner unter jungen Mädchen. Kann das ein Karrierestart sein?

Dominik Wachta: Diese Shows waren nie wirklich ein Sprungbrett. Das ist Unterhaltung, hat mit dem echten Modelbusiness aber in meinen Augen nichts zu tun. Man sieht ja auch, dass die Gewinnerinnen eher selten eine wirkliche Modelkarriere machen, sondern eher ­andere Fernsehshows moderieren oder Mehlwürmer im Dschungelcamp essen.

WANN & WO: Und soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok?

Dominik Wachta: Instagram ist für mich kein Modelling. Das ist eine Nische, in der einige Geld verdienen. Das hat auch seine Berechtigung, aber mit echtem, seriösem Modeln hat das nichts zu tun. Vieles dort ist oberflächlich, peinlich und geradezu zum Fremdschämen. Als Kunde würde ich mich davor hüten, Mädchen zu buchen, die sich dort komisch verrenkend präsentieren und sich selbst vor dem Spiegel filmen.

<p class="caption">Redakteurin Anja interviewte Dominik per Video-Call inSpanien.</p>

Redakteurin Anja interviewte Dominik per Video-Call in
Spanien.

<p class="caption">Dominik mit den spanischen Models Arantxa und Nuria.</p>

Dominik mit den spanischen Models Arantxa und Nuria.

<p class="caption">Dominik setzt bei seiner Agentur 1st Place Models auf eine persönliche Betreuung statt Verwaltung von Karteileichen.</p>

Dominik setzt bei seiner Agentur 1st Place Models auf eine persönliche Betreuung statt Verwaltung von Karteileichen.

<p class="caption">Dominik mit Models bei einem Modeevent mit Philipp Pleinin Wien. Foto: Marvin Semana</p>

Dominik mit Models bei einem Modeevent mit Philipp Plein
in Wien. Foto: Marvin Semana

<p class="caption">Dominik auf Mallorca in seinem damaligen Stamm-Cafe, der Bar Cristal. Foto: Michael Schnabl</p>

Dominik auf Mallorca in seinem damaligen Stamm-Cafe, der Bar Cristal. Foto: Michael Schnabl

<p class="caption">Dominik mit Model Jasmin Redl beim Event „Miami Style“.Foto: Albert Stern</p><p class="caption"/>

Dominik mit Model Jasmin Redl beim Event „Miami Style“.
Foto: Albert Stern

Kurz gefragt ...

Was aus dem Ländle fehlt in
Spanien?
Kässpätzle. (lacht)

Was ist das wichtigste, um Erfolg zu haben – egal in welchem Bereich?
Disziplin und Loyalität.

Bleiben Madrid und Miami die
letzten Wohnorte?
Ich möchte es nicht ausschließen,
aber ein Umzug ist nicht geplant.