„Erfolg durch Mut, Ehrgeiz und Disziplin“

Sandro Stadelmann vor der Kulisse seiner neuen Wahlheimat Dubai. Fotos. handout/privat; GEPA

Sandro Stadelmann vor der Kulisse seiner neuen Wahlheimat Dubai. Fotos. handout/privat; GEPA

Der gebürtige ­Bregenzer „Mister Immo“ Sandro Julian Stadelmann (32) mischt den Markt in Dubai auf. Im Talk ­verrät er, wie er vom planlosen Jugendlichen zum erfolgreichen Immobilienprofi wurde, was er als UNO-Soldat in Syrien lernte und mit welchem Kunden er sich ein Goldsteak um 1100 Euro gegönnt hat.

WANN & WO: Herr Stadelmann, Sie sind als „Mister Immo“ international sehr erfolgreich unterwegs. Ihre Berufslaufbahn startete aber recht holprig, kann man das so sagen?

Sandro J. Stadelmann: Das stimmt. Ich bin immer davongerannt, habe sechs Lehrstellen bei sechs verschiedenen Firmen angefangen und abgebrochen, darunter eine dreijährige Lehre zum Elektriker. Technik interessiert mich zwar noch heute, aber ich habe einfach kein Verständnis und Talent dafür. Ich bin mehr der kreative Kopf. Mit 18 bin ich dann ein Jahr zur Post und anschließend ließ ich mich im Bundesheer verpflichten, ehe ich 2011 in der Steiermark in der Immobilienbranche Fuß gefasst und den Beruf von der Pike auf gelernt habe. Und so bin ich vom Elektrikerlehrling, der in der Berufsschule nur knapp mit einem Vierer durchgekommen ist zum Vorzugsschüler mit einem Notendurchschnitt von 1,1 geworden.

WANN & WO: Stichwort Bundesheer: Inwiefern hat Sie die Zeit als Soldat für Ihr weiteres Leben beeinflusst?

Sandro J. Stadelmann: Als ich mich verpflichten ließ, war ich gerade mal 19. In diesem Alter ist man zwar kein Kind mehr, aber man ist doch noch immer sehr grün hinter den Ohren. Ich habe einen Wachmacher im Leben gebraucht, den Schritt vom Junior zum Erwachsenen. Als UNO-Soldat war ich zwar nicht im Kriegseinsatz, lernte aber dennoch, was es heißt, Disziplin an den Tag zu legen. So Scharmützel, wie ich sie mir als Lehrling geleistet habe, die gibt’s da halt nicht. Um 6 Uhr war Tagwache, dann wurde marschiert. Da kannst du dann nicht einfach sagen: „Nein Chef, heute habe ich keine Lust“. Das war genau das, was ich gebraucht habe.

WANN & WO: Sie waren ein Jahr lang in Syrien stationiert. Was haben Sie in dieser Zeit für sich gelernt?

Sandro J. Stadelmann: Syrien ist ein Krisengebiet und sehr armes Land. Und dennoch erkennt man, dass die meisten Menschen dort mit den wenigen Dingen, die sie haben, zufrieden sind. Als Österreicher ist man es gewohnt, fließend Wasser zu haben, etwas Warmes zu essen, ein Dach über dem Kopf. Trotzdem sind wir oft unglücklich und unzufrieden. Da wurde in meinem Kopf ein Schalter umgelegt und mir wurde bewusst, wie dankbar ich eigentlich sein sollte, für alles, was ich habe. Und ich sagte mir: Okay Sandro, jetzt nimmst du ein bisschen Mut, Ehrgeiz und Disziplin zusammen, fängst was an – und ziehst es durch.

WANN & WO: Sie haben auch Schauspiel gelernt. Warum haben Sie sich schlussendlich doch für die ­Immobilienbranche entschieden?

Sandro J. Stadelmann: Die Schauspielerei hat sich einfach nicht mit meinen übergeordneten Zielen gedeckt. Ich bin sehr penibel, was Ziele betrifft. Sie sind mein Antrieb. Ein Auto braucht Benzin und Öl, damit es läuft. Ich brauche meine Ziele. Und meine finanziellen Ziele standen über jenem, Schauspieler zu werden. Gehört man in Österreich nicht zu den Top-Darstellern, wird es finanziell schon eng. Ich habe sehr viel Zeit ins Schauspiel investiert, der Verdienst war aber überschaubar. Als Immobilienmakler habe ich das Fünf- bis Zehnfache verdient. Ich kenne Darsteller aus meiner Schauspielschule, die verdienen nicht viel mehr als 1000 Euro im Monat. Das kostet hier in Dubai alleine der Kindergarten.

WANN & WO: Sie leben und ­arbeiten seit vergangenem Jahr in Dubai. Warum der Umzug ins Emirat?

Sandro J. Stadelmann: Es war schon immer mein Traum, einmal irgendwo zu leben, wo es warm ist und immer die Sonne scheint. Es gibt nicht sehr viele Städte auf der Welt, wo man diese Voraussetzungen hat und arbeitstechnisch was weiterbringt: Miami, L.A. – und eben Dubai. Die Stadt ist einerseits extrem lebenswert und zum anderen ein Steuerparadies. Man wird für seine Arbeit belohnt, indem man keine Einkommenssteuer zahlt. Sprich: Dieselbe Arbeit bringt mir in Dubai zweieinhalb-, bis dreimal so viel Geld ein wie in Österreich. Die Metropole ist zudem im Aufbruch: Dubai eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten – wie die USA der 1980er. Sie bauen das höchste Gebäude der Welt, das höchste Riesenrad, dieses und jenes. Das ist krass, hier gibt es nur Superlative. Und ich dachte mir: Da will ich ein Stück abhaben, ein Teil davon sein.

WANN & WO: Wie haben Sie Land und Leute bislang kennengelernt?

Sandro J. Stadelmann: Dubai ist eine extrem weltoffene Stadt mit vielen Kulturen. Das hat mir in Syrien schon getaugt: Woanders sein, andere Kulturen kennenlernen, andere Sichtweisen. Das Emirat hat einen Ausländeranteil von 91 Prozent, nur neun Prozent sind Einheimische. Die Menschen kommen von überall her. Das gefällt mir extrem. Es gibt keine Vorurteile, keinen Rassismus. Dinge, die in Österreich noch immer stark präsent sind. Und ich spreche mich klar gegen Rassismus und Ausgrenzung aus. In Dubai werden die Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe und Herkunft verurteilt. Es ist ein Miteinander, kein Gegeneinander.

WANN & WO: Sie verkaufen in Dubai Wohnungen an Investoren aus dem deutschsprachigen Raum. Waren darunter auch schon ein paar ­prominente Kunden?

Sandro J. Stadelmann: Auf jeden Fall, da hat sich einiges ergeben. Wir haben mittlerweile schon ein paar Big-Player-Kunden. Unlängst hat Fußballnationalspieler Aleksandar Dragovic bei uns zwei Wohnungen gekauft. Wir sind immer wieder miteinander in Kontakt, waren auch essen und haben uns gut angefreundet. Er ist ein super Typ! Auch Florian Koschat, ein bekannter Investment-Banker und Millionär aus Wien, gehört zu meinem Kundenkreis. Mit ihm waren wir kürzlich bei „Nusr-Et“ ein Goldsteak essen, haben ein bisschen Show gemacht. 1100 Euro für 1,5 Kilo Goldsteak. Und dann gibt es noch ein paar Namen, die ich leider noch nicht erwähnen darf – sonst kommen sie nicht mehr zu mir. (lacht) Dieses Jahr wird’s aber sicherlich noch ein paar Fotos auf Instagram und Facebook mit dem einen oder anderen Superpromi geben.

<p class="caption">Zu Sandro Stadelmanns ­illustrem Kundenkreis gehört unter anderen Fußball­nationalspieler ­Aleksandar Dragovic.</p>

Zu Sandro Stadelmanns ­illustrem Kundenkreis gehört unter anderen Fußball­nationalspieler ­Aleksandar Dragovic.

Kurz gefragt ...


Welche Pläne haben Sie für das neue Jahr? Ich möchte weiterhin an meinem Wohlstand und meiner finanziellen Freiheit arbeiten und vor allem meine Familie so schnell wie möglich absichern. Viel wichtiger ist aber, dass wir als Familie viele magische Momente miteinander erleben dürfen und vor allem gesund bleiben. Zu Jahresbeginn hat es mich mit Omikron erwischt, seit einem Monat habe ich nun schon einen hartnäckigen Husten. Aber sonst geht es mir soweit gut.


Sind Sie noch ab und zu im Ländle?
Ich war das letzte Mal 2019 in Vorarlberg. Meine Tochter kam erst 2020 zur Welt, da möchte ich es ihr ersparen, stundenlang im Auto zu sitzen. Ich komme aber voraussichtlich im Juni wieder einmal ins Ländle. Da freue ich mich schon auf Kässpätzle und „a Pfiffle“. Meinen Dialekt habe ich auch schon vor Jahren abgelegt. Er kommt aber doch immer wieder durch, wenn ich mit meiner Familie telefoniere.