„Freue mich auf das gemeinsame Feiern“

Carina Pollhammer begann 2009 als Trainee bei Spar. Anschließend begleitete sie zahlreiche Projekte des Unternehmens im Ausland und war für zwei Spar-Märkte als Filialgebietsleiterin zuständig. „Es war mir sehr wichtig, den Job von der Pike auf zu lernen. Von der Käsetheke bis zur Kassa“, betont sie im Gespräch mit W&W.

Carina Pollhammer begann 2009 als Trainee bei Spar. Anschließend begleitete sie zahlreiche Projekte des Unternehmens im Ausland und war für zwei Spar-Märkte als Filialgebietsleiterin zuständig. „Es war mir sehr wichtig, den Job von der Pike auf zu lernen. Von der Käsetheke bis zur Kassa“, betont sie im Gespräch mit W&W.

Kurz vor dem Ausbruch der Pandemie in Österreich übernahm Carina Pollhammer (38) die Geschäftsführung von Spar Vorarlberg. Im Talk spricht sie über den erschwerten Start in ihre neue Funktion, HeldInnen an der Front, Lehrlingsausbildung während der Pandemie und die Hoffnung auf Rückkehr ins normale Leben.

WANN & WO: Frau Pollhammer: Sie haben im Jänner 2020 die Geschäftsführung von Spar Vorarlberg übernommen, wenig später erreichte uns Corona. Ihren Start im Ländle haben Sie sich damals wohl anders ­vorgestellt?

Carina Pollhammer: Das stimmt allerdings. Ich durfte zwar schon im Herbst 2019 mit meinem Vorgänger Gerhard Ritter gemeinsam an der Übergabe arbeiten, was mir zumindest den Start im Ländle vereinfacht hat. Aber das war nur von kurzer Dauer. Ich bin mit einem Riesenpaket an Ideen und Vorstellungen nach Vorarlberg gekommen. Dann kam das Virus – und alles war anders. Ich habe das Riesenglück, dass ich ein tolles, beständiges Team mit viel Erfahrung um mich habe, das stets bereit ist, Außerordentliches zu leisten. Wir sind dann rasch in den Corona-Modus übergegangen. Wir haben auch schon früh erste Infos durch die italienischen Kollegen erhalten, die uns gewarnt haben: Das kommt wie das Amen im Gebet! Und so war es auch. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, wenn das Pandemie-Thema erledigt ist. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

WANN & WO: Wie hat sich die Situation im Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren gestaltet?

Carina Pollhammer: Ich muss sagen, ich bin wirklich unglaublich stolz auf die gesamte Mannschaft. Viele arbeiten in Teilzeit bei uns, ganz viele andere in Vollzeit. Ohne sie hätten wir die letzten 22 Monate nicht geschafft. Wenn ich an den März 2020 denke, als es hieß: Lockdown, alle müssen zuhause bleiben. Da waren es diese Mitarbeiterinnen, die an der Front waren, während alle anderen daheim­saßen. Sie wurden erst als HeldInnen gefeiert, gesellschaftlich hat dieser Status aber nicht lange angehalten. Für mich sind sie es aber definitiv noch immer. Die Herausforderungen waren riesig und ich hoffe nun, dass sie noch genug Kraft für die nächsten Wochen haben und wir dann wirklich wieder einigermaßen in eine Normalität zurückkehren können. Und es ging ja nicht nur unseren MitarbeiterInnen so, das zog sich ja quer durch. Und man spürt es ja auch gesamtgesellschaftlich stark. Die Pandemie hat durchaus etwas verändert – und nicht unbedingt nur zum Guten.

WANN & WO: Spar ist nicht nur Österreichs größter Arbeitgeber, sondern auch der größte private Lehrlingsausbildner. Wie hat Corona die Ausbildung der jungen Mitarbeiter beeinträchtigt?

Carina Pollhammer: Gerade zu Beginn der Pandemie herrschte sehr große Unsicherheit: Wie gefährlich ist das Virus wirklich? Wie ansteckend ist es? Ein Schlüssel dazu war vor allem eine ruhige Kommunikation mit den Mitarbeitern, speziell aber mit den Lehrlingen. Sie sind unsere Fachkräfte von morgen. Und auch wenn sie oftmals sehr sicher wirken: Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Wir haben versucht, ihnen höchstmögliche Sicherheit zu geben und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Wir haben sie aber während dieser Zeit sicherlich nicht in dem Maße erreicht, wie es zuvor der Fall war. Die Jugendlichen tun mir auch wirklich leid. Sie waren so sehr eingeschränkt in ihrer Freizeit, egal ob im Sport, beim Ausgehen, etc. Für mich sind sie jene Generation, die am meisten unter der Situation gelitten hat. Und nun ist es unsere Aufgabe, sie bestmöglich aus der Pandemie wieder herauszubegleiten und zurückzubringen. Es ist aber schon unglaublich zu sehen, was sie in ihren jungen Jahren alles leisten und welches Verantwortungsbewusstsein sie schon in sich tragen.

WANN & WO: Welches Rezept haben Sie, die Jungen – wie Sie sagen – wieder abzuholen und zurückzubringen? Es ist ja noch immer alles sehr vage, auch wenn sich allmählich Hoffnung auf Normalität breit macht?

Carina Pollhammer: Ein richtiges Rezept dafür gibt es noch nicht, das stimmt schon. Wir können aktuell noch nicht mehr tun, als in einen Diskurs gehen und beispielsweise wieder Veranstaltungen forcieren. Wir wollen endlich wieder den Lehrlingsball abhalten, der verschoben werden musste. Es ist für mich ganz wichtig, dass man den Jungen wieder eine Bühne gibt, ihnen ermöglicht, dass sie sich wieder treffen und miteinander Spaß haben können. Und dabei wollen wir sie unterstützen, wo es nur geht. Überhaupt ist es Zeit, dass wir wieder ein gesellschaftliches Leben führen können. Da spreche ich nicht nur für die Jungen, sondern auch für uns Ältere: Wie schön wird es wieder sein, wenn dann endlich wieder Events stattfinden können ohne Einschränkungen, ohne Masken, egal ob Weihnachtsmärkte, Konzerte, Messen oder auch Feiern im privaten Bereich. Ich war letzten Sommer beim Szene Open Air, das war großartig. Es fühlte sich wieder wie ein Stück Normalität an. Und auch den Jungen hat es sehr viel Spaß gemacht. Oder auch das Poolbar Festival. Das waren wirklich tolle Veranstaltungen. Wir werden heuer auch bei Spar ein riesiges Fest machen, wo ich mich bei allen Mitarbeitern bedanken möchte. Das ist für Juni angesetzt, da fährt der Zug drüber. Und ich bin sicher, dass es ein voller Erfolg wird. Denn wir wollen uns endlich wieder sehen und wieder zusammen feiern.

<p class="caption">Die Lehrlingsausbildung ist eine wichtige Säule bei Spar, wurde allerdings von ­Corona eingebremst. „Die Jungen sind unsere Zukunft. Wir tun unser Möglichstes, sie zu u­nterstützen und durch die Pandemie zu begleiten“. Fotos: Stiplovsek</p>

Die Lehrlingsausbildung ist eine wichtige Säule bei Spar, wurde allerdings von ­Corona eingebremst. „Die Jungen sind unsere Zukunft. Wir tun unser Möglichstes, sie zu u­nterstützen und durch die Pandemie zu begleiten“. Fotos: Stiplovsek

<p class="caption">Spaß bei der Arbeit darf bei Spar nicht fehlen. So steht in der Pause auch ein Kicker-Tisch zur Verfügung.</p>

Spaß bei der Arbeit darf bei Spar nicht fehlen. So steht in der Pause auch ein Kicker-Tisch zur Verfügung.

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              Zur Person: Carina Pollhammer
            </p><p>Alter, Wohnort: 38 Jahre, DornbirnFamilienstand: ledigAusbildung/Funktion: WU Wien, 2009 Trainee bei Spar Salzburg, seit Jänner 2020 ­Geschäftsführerin Spar Vorarlberg; Spartenobfrau Handel, Vorsitz. Frau in der WirtschaftHobbys: Wandern, Skifahren, Tennis</p>

Zur Person: Carina Pollhammer

Alter, Wohnort: 38 Jahre, Dornbirn
Familienstand: ledig
Ausbildung/Funktion: WU Wien, 2009 Trainee bei Spar Salzburg, seit Jänner 2020 ­Geschäftsführerin Spar Vorarlberg; Spartenobfrau Handel, Vorsitz. Frau in der Wirtschaft
Hobbys: Wandern, Skifahren, Tennis

„Die Jugendlichen tun mir wirklich leid. Sie waren so sehr eingeschränkt in ihrer Freizeit, egal ob im Sport, beim ­Ausgehen, etc. Für mich sind sie jene Generation, die am meisten unter der ­Situation gelitten hat. Und nun ist es unsere Aufgabe, sie bestmöglich aus der ­Pandemie wieder ­herauszubegleiten und zurückzuholen.“

Carina Pollhammer über die schwierige Situation der Jugend während der Pandemie.

„Ich bin mit einem Riesenpaket an Ideen und Vorstellungen nach Vorarlberg gekommen. Dann kam Corona – und alles war anders. Ich habe das Glück, dass ich ein tolles Team um mich habe, das stets bereits ist, Außerordentliches zu leisten.“ Carina Pollhammer über ihren Start als Geschäftsführerin von Spar Vorarlberg und den beinahe gleichzeitigen Beginn der Pandemie.

„Wie schön wird es sein, wenn endlich wieder Events stattfinden können ohne Einschränkungen und ohne Masken.“

Carina Pollhammer blickt vorsichtig ­zuversichtlich dem Pandemieende entgegen.

Kurz gefragt ...


Beschreiben Sie Ihr Leben in fünf Wörtern?
Familie, Natur, Genuss, Feiern, Freunde.

Stichwort Genuss: Wie schmeckt Ihnen die Vorarlberger Küche?
Ich liebe sie. Man merkt kulinarisch das Vierländereck und das Essen hier ist durch die Bank hervorragend.

Vorarlbergerisch oder Steirisch?
Vorarlbergerisch. Ich war sechs Jahre lang in Wien, zehn in Salzburg, davor in der Steiermark und nun in Vorarlberg und bin deshalb sprachlich eher „Freestyle“ unterwegs. Mir wurde aber bei meinem Umzug ins Ländle gesagt: ­Wichtig ist nur, dass du uns „verstohsch“. Was ich aber gleich übernommen habe, ist das Wort „körig“. Damit ärgere ich auch immer meine Mitarbeiter: Wenn, dann machen wir’s „körig“. (lacht)

Ihre Hoffnungen für 2022?
In Zeiten wie diesen ist Gesundheit das Wichtigste. Ist man gesund und mit sich im Reinen, kann es nur erfolgreich werden. Ich bin da immer ganz positiv eingestellt.