„Wollte schon als Kind Puppenspieler werden“

Bis zu 1700 Puppen – darunter echte Raritäten – nennt der Puppenspieler und Kabarettist Christian Mair sein Eigen. Mit W&W sprach der Bludenzer über den Kasperl, leuchtende (und traurige) Kinderaugen und die Zukunft seiner wertvollen Sammlung.

WANN & WO: Christian, am vergangenen Wochenende hast du auf den Adventmärkten in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz das WANN & WO-­Kasperltheater gespielt. Wie kam es bei den kleinen Besuchern an?

Christian Mair: Es war richtig was los! Die Kinder sind abgegangen und hatten einen Riesenspaß. Es ist für mich wirklich sehr schön zu sehen, dass man die Kinder mit Puppenspiel noch immer bewegen und berühren kann. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich liebe es, wenn ich Kinderaugen zum Leuchten bringen kann.

WANN & WO: Wie bist du zum Puppenspiel gekommen? Das ist doch ein ungewöhnlicher Beruf?

Christian Mair: Ich stamme aus einer Großfamilie. Unsere Eltern sind mit uns an Weihnachten immer ins Kasperltheater gegangen. Und schon damals dachte ich mir: Wenn ich einmal groß bin, möchte ich das auch machen. Groß geworden bin ich nie (lacht), aber Puppentheater mache ich nun schon seit 27 Jahren. Ich habe lange in der Industrie gearbeitet, wollte aber etwas Neues machen. Also habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllt und mein Hobby zum Beruf gemacht. Und ich bereue es überhaupt nicht: Ich habe einen ganz neuen Lebensrhythmus, fühle mich anders, bin viel kreativer und meine Auftrags­bücher sind voll. Das ist sehr schön. Aber man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sowas zu machen (lacht).

WANN & WO: Was bedeutet Humor für dich?

Christian Mair: Humor ist das Wichtigste! Wenn man nicht mehr lachen kann und darf, wird’s sehr schwierig. Ich bin selbst ein humorvoller Mensch und lache sehr gerne. Lachen ist sehr wichtig im Leben. Und um nochmal auf die Kinder zurückzukommen: Ich habe das Gefühl, dass sie viel trauriger und ängstlicher geworden sind. Ich durfte schon in tausende Kinderaugen blicken und früher waren ihre Ausdrücke viel glücklicher und fröhlicher. Das hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Und man sieht das den Kindern an. Ich glaube, dass es in vielen Familien sehr große Sorgen gibt: Erst die Pandemie, jetzt der Krieg, steigende Inflation, ­Existenz­ängste und so weiter. Dazu kommen auch noch zwischenmenschliche Probleme. Das färbt natürlich leider auch auf die Kinder ab.

WANN & WO: Du bist ja nicht nur als Puppenspieler tätig, sondern machst auch Kabarett – etwa sehr erfolgreich als Eierlikör-schlürfende Oma Lilli. Was bereitet dir mehr Spaß: das Puppenspiel oder die Live-Auftritte auf der Bühne?

Christian Mair: Es macht beides sehr viel Spaß. Aber das Puppenspiel ist für viele Kinder der erste Kontakt zu Theater und Schauspiel. Sie sind auch die Besucher und Darsteller von morgen. Das ist eine wichtige Botschaft.

WANN & WO: Deine Sammlung umfasst bis zu 1700 – teils antike – Puppen. Wie bist du dazu gekommen?

Christian Mair: Der größte Teil stammt aus dem Vermächtnis von Arminio Rothstein, besser bekannt als Clown Habakuk. Seine Frau Christine, eine liebe Freundin von mir, hat mir die Figuren anvertraut. Es ist für mich eine sehr große Ehre, andererseits aber auch eine Bürde. Denn man muss mit all diesen Figuren natürlich auch sehr respektvoll umgehen: In der Sammlung befinden sich unter anderem Böhmische Figuren aus dem 19. Jhdt. oder auch Micky Maus-Puppen aus den 1970ern. Die Sammlung hat einen unschätzbaren Wert. Und deshalb möchte ich mit diesen Puppen auch eine schöne Erlebniswelt einrichten, die für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Ein Museum sozusagen. Die Pläne dazu sind schon weit fortgeschritten.

WANN & WO: Bleiben wir zum Abschluss bei deinen Zukunftsplänen: Das laufende Jahr neigt sich dem Ende zu: Was steht bei dir im kommenden Jahr auf dem Programm?

Christian Mair: Gemeinsam mit Marcus Harm probe ich bereits fest für unser neues Kabarettstück „Des ka passiera“, das am 23. Februar in Götzis Premiere feiern wird. Dazu möchte ich an dieser Stelle aber noch nicht allzu viel verraten. Es wird auf jeden Fall ein buntes Programm mit ganz viel Musik. Ich freue mich schon sehr darauf!

<p class="caption">WANN & WO-Redakteur Harald Küng traf Christian Mair in seiner ­Puppen­­­­werkstatt in Bludenz und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.</p>

WANN & WO-Redakteur Harald Küng traf Christian Mair in seiner ­Puppen­­­­werkstatt in Bludenz und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

<p class="title">Zur Person: Christian Mair</p><p>Alter, Wohnort, Familienstand: 53 (9. April 1969), Bludenz, geschieden/ein Sohn</p><p>Ausbildung/Beruf: Industriemeister, angestellt u.a. bei Hydro Aluminium und Suchard, seit 27 Jahren Puppenspieler; Kabarettist (aktuell sehr erfolgreich als „Oma Lilli“)Weiterführende Infos und Programm unter www.christianmair.at sowie www.habakuk.at</p><p>Lebensmotto: „Lebe deinen Traum!“</p>

Zur Person: Christian Mair

Alter, Wohnort, Familienstand: 53 (9. April 1969), Bludenz, geschieden/ein Sohn

Ausbildung/Beruf: Industriemeister, angestellt u.a. bei Hydro Aluminium und Suchard, seit 27 Jahren Puppenspieler; Kabarettist (aktuell sehr erfolgreich als „Oma Lilli“)
Weiterführende Infos und Programm unter www.christianmair.at sowie www.habakuk.at

Lebensmotto: „Lebe deinen Traum!“

«Humor ist das Wichtigste. Wenn man nicht mehr lachen kann und darf, wird’s sehr schwierig.» Humor hat in Christian Mairs Leben einen sehr hohen Stellenwert.

Kurz gefragt

Bier oder Eierlikör?

(lacht) Eierlikör – wie Oma Lilli.

Wie verbringst du ­Weihnachten?
Im Kreise der Familie – besinnlich, ruhig und gemütlich.

Was bringt dich zum Lachen? Oft sind es einfache Dinge. Etwa Sätze, die aus dem Kindermund kommen. Das berührt mich sehr und bringt mich zum Lachen.