Männerordnung

Als ich heute aufgestanden bin und in die Küche lief, traf mich fast der Schlag: Es sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und zudem eine Horde Kleinkinder getobt. Der Fall war klar: Der Holde hatte gekocht.

Nun ist mein Freund wirklich ein toller Koch und stets begeistert bei der Sache, allerdings ist das Thema für ihn erledigt, sobald das Essen auf dem Tisch steht. Dass man die zur Zubereitung nötigen Utensilien und Reste auch aufräumen und putzen könnte, ignoriert er völlig. Dementsprechend rückt nur Minuten nach Beendigung des Mahls das Sondereinsatzkommando Schnitte an. Ich bin zwar selbst eher chaotisch, aber eine aufgeräumte Küche ist für mich das A und O – wenn schmutzige Teller rumfliegen, bekomme ich Aggressionen. Also spüle, wische und verräume ich das Zeug halt.

Anschließend gehe ich frohen Mutes weiter zur Couch, wo ich den nächsten Anfall bekomme, weil weitere Teller, Gläser und Sudelpapiere verteilt sind. Natürlich könnte er das aufsammeln, aber Frauchen macht es am Tag darauf eh, also: Wieso auch?

Mit diesem Problem bin ich nicht allein. Eine Bekannte, deren Freund mehr Kosmetikprodukte hat, als sie selbst, lässt permanent offene Tiegelchen überall herumliegen, während der Mann einer anderen bevorzugt seine getragene Unterwäsche in der Wohnung verteilt. Selbst aufräumen ist bei den Wenigsten ein Thema – immerhin haben alle Frauen, die es machen.

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich den Holden ob seines Küchenchaos schon harsch zurechtweisen wollte – getan habe ich es kein einziges Mal. Denn wenn er stolz die selbstgemachte Pasta auftischt oder nicht nur sich selbst, sondern auch mir Wein und Schokolade zur Couch mitbringt, kann ich einfach nicht mehr böse sein! Ihr schon?

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In „Schnitte mit Schampus“ schreibt Melanie Renner augenzwinkernd über Frauenthemen, die manchmal auch Männer bewegen.

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