SCHNITTE MIT SCHAMPUS

„Ja, ich will“

Ganz still und heimlich habe ich – als absolut unromantischer Mensch – ja immer von einer ganz kitschigen Hochzeit geträumt. Mit einem schönen weißen Kleid, tonnenweise roter Rosen und vor Rührung weinendem Publikum am Hochzeitstag. Nun existieren tatsächlich ein Heiratskandidat und ein Verlobungsring, und ich kann nur sagen: Am liebsten würde ich den ganzen Mist einfach wieder abblasen.

Versteht mich nicht falsch: Der Mann ist perfekt und der Ring ebenso. Aber das Ganze zu organisieren ist ein Albtraum, der jegliche romantische Vorstellung in der Sekunde abtötet. Es gibt nichts Bürokratischeres als eine Hochzeit.

Es fängt schon an mit der Zeremonie an sich: Neben zigtausend Unterlagen und Nachweisen – die ordnungsliebende Menschen natürlich stets bei der Hand haben, ich aber nicht – wird sogar eine Art Seminar verlangt, in der einem quasi der Sinn der Ehe nochmal klargemacht wird. Ich freue mich schon sehr auf dieses Seminar und den Blick des Leiters, wenn meine Antwort auf die Frage „Warum heiraten Sie?“ einfach „wegen dem Kleid“ sein wird.

Das Kleid ist auch so ein Ding. Natürlich hat man die Vorstellung vom perfekten Wedding-Dress schon seit Jahren im Kopf. Eher blöd, wenn genau dieses Outfit einen bei der ersten Anprobe dann wie ein Streuselkuchen mit Schleppe aussehen lässt. Vielleicht doch lieber ein anderes Modell, hm?

Ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich das „wo“. Für mich sonnenklar: Auf dem Schiff. Eine andere Möglichkeit ist total ausgeschlossen. Mein Partner findet Schiffe zwar auch toll, aber eine Kapelle in einem irischen Bergkaff fände er noch toller. Ihr seht, unsere Vorstellungen gehen total konform … nicht.

Wunderbar auch das Essen. Selbst in dem kleinen Kreis, den wir gerne einladen wollen, gibt es so viele Vorlieben, Allergien und Abneigungen, dass wir am besten gleich zu McDonald’s gehen. Vom Kostenfaktor des Ganzen will ich gar nicht erst anfangen. Am besten heirate ich schnell in der Mittagspause am Standesamt, oder?

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In „Schnitte mit Schampus“ schreibt W&W-Redakteurin Melanie Renner augenzwinkernd über Frauenthemen, die manchmal auch Männer bewegen.

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