„Ordnung ins Chaos “

Letzthin habe ich den Typenschein und die Zulassung meines Autos gebraucht – normalerweise kein großes Ding. Die meisten Menschen, so auch ich, haben eine bestimmte Schublade, Mappe oder was auch immer, in der ich alle wichtigen Dokumente ablegen. Ich öffnete also meine Mappe, suchte … und suchte … und suchte … und fand nichts. „Schau doch mal im Stapel auf dem Tisch“, riet mir mein Freund. „Das sind Arbeitsunterlagen.“ „Neben der Couch?“ „Sind Kochbücher.“ „Oder vielleicht …“ „Ruhe!“, schnauzte ich.

Es kann durchaus einmal vorkommen, dass man mich für chaotisch hält. Dabei habe ich einfach nur mein eigenes Ordnungssystem, welches intolerante Menschen für ein einziges Chaos halten. Doch eigentlich überblicke ich dieses Chaos – ich weiß fast immer, was wo ist.

Okay, wenn ich meinen Schreibtisch so ansehe, würde ich das als Fremder zwar auch nicht denken – meistens sieht man die Tischplatte nicht mehr vor lauter Papieren. Aber: Jedes Projekt hat seinen Platz und wenn ich was brauche, finde ich es sofort.

Okay, ja, ich könnte ein bisschen ordentlicher sein, aber wenn schon nicht in meinem Umfeld, so habe ich wenigstens in meinem Kopf Struktur. Ich habe zum Beispiel für alles eine Liste. Einkaufsliste, To-Do-Liste, Ausgabenliste, Kochliste, Umzugs-Zeitplan, alles. Die einzige Liste, welche niemals funktioniert? Kluge Menschen erraten es: der Putzplan. Ich kann mir noch so oft vornehmen, am Donnerstagabend den Boden zu wischen, es kommt garantiert irgendwas dazwischen, oder ich habe keine Lust, oder der Boden ist gar nicht so schmutzig. Am Tag danach macht es dann meistens mein entnervter Freund, der sich akribisch an solche Pläne hält – er ist eben disziplinierter als ich.

Absolut pingelig bin ich allerdings in meinem Hoheitsgebiet, meiner Küche. Wer da einmal etwas in die falsche Schublade legt, bekommt es durch mich mit dem Zorn Gottes zu tun. Vielleicht sollte ich mir daran ein Vorbild für andere Bereiche nehmen. Zum Beispiel für meine Autopapiere.

Schreibt mir eure Meinung an
redaktion@wannundwo.at

In „Schnitte mit Schampus“ schreibt W&W-Redakteurin Melanie Renner augenzwinkernd über Frauenthemen, die manchmal auch Männer bewegen.

Wann & Wo | template