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„Ignorieren funktioniert nicht mehr“

WANN & WO liegen exklusiv Transportlisten von Kälbern vor, die über Tirol und Salzburg ins Ausland transportiert werden.  Fotos/Infomaterial: handout/VGT

WANN & WO liegen exklusiv Transportlisten von Kälbern vor, die über Tirol und Salzburg ins Ausland transportiert werden.  Fotos/Infomaterial: handout/VGT

Während sich bereits fast 100.000 Menschen gegen die Kälbertransporte aus Vorarlberg ausgesprochen haben, rollen die Lkws weiterhin durch Europa.

Sie stehen dicht an dicht gedrängt in den Anhängern der Transporter, blicken verängstigt, haben kaum Wasser. Der Lkw rollt vom Hof, die Tiere schreien panisch. Die Bestimmungsorte: Tirol und Salzburg, von wo aus die Tiere nach Italien, Spanien, Polen und anderswo gebracht werden. Die Situation ist längst bekannt, reagiert wird allerdings nicht. „Die Verantwortung wird von einem zum anderen weitergeschoben – aber diese Taktik des Aussitzens geht nicht mehr auf“, sagt Tobias Giesinger vom Verein gegen Tierfabriken. Und während die Politik versucht, in der Angelegenheit weiterhin zu beschwichtigen, deckt der VGT nach und nach neue Transportrouten auf: WANN & WO liegen exklusiv Transportlisten von Kälbern vor, die über Strass in Tirol und Salzburg ins EU-Ausland bzw. ins Drittland transportiert werden. „Wir können belegen, dass Vorarlberger Kälber – etwa aus Raggal – in alle Himmelsrichtungen verschickt werden. Das ist auch nicht schwer: Hat man die Ohrmarkennummer, kann man diese auf entsprechenden Internetseiten eingeben und nachverfolgen. Dann weiß man ganz genau, wo die Tiere hinkommen.“

100.000 Unterschriften

„In den vergangenen zwölf Monaten sind viele Menschen im Land aufgewacht, was die Themen Kälber, Fleisch- und Milchproduktion anbelangt“, so Giesinger weiter. Soviele, dass zwei entsprechende Petitionen des Vereins gegen die Kälbertransporte von bereits knapp 100.000 Personen unterzeichnet wurden. „Wir wollten heuer bereits im Februar und im Juli die Unterschriften an die für Tierschutz zuständige Ministerin Beate Hartinger-Klein übergeben. Der Termin im Februar wurde uns zwei Stunden davor abgesagt, jener im Juli wurde ebenfalls wieder gestrichen“, erklärt der Tierschützer. Gründe dafür wurden nicht genannt: „Es hieß nur, man habe keine Zeit. Es gab auch keinen Folgetermin.“ Die Unterschriften sollen aber dennoch überreicht werden, sobald die 100.000er-Marke geknackt wurde. „Das Thema bewegt viele. Zahlreiche Transporte sind nach EU-Recht illegal, selbst die Österreichische Tierärztekammer fordert ein Ende der brutalen Transporte. Das alles zu ignorieren funktioniert nicht mehr.“

<p>T. Giesinger</p>

T. Giesinger

info

Der Verein gegen Tierfabriken spricht sich für folgende Maßnahmen aus:

• Eine maximale Transportdauer von acht Stunden für alle Tierarten.

• Kein Transport von Säugetieren, die noch nicht von der Muttermilch entwöhnt sind.

• Mehr Platz und Stroh in Langstreckentransportern.

• Zurück zur „Zweinutzungsrasse“ anstatt der Nutzung von Turbo-Hochleistungsrassen.

• Gekühlte Fleisch- statt Lebendtiertransporte.


VGT in Bregenz

Am Samstag informiert der Verein gegen Tierfabriken in der Bregenzer Fußgängerzone über diverse Tierschutzthemen. Zudem kann vor Ort eine Petition gegen die Kälbertransporte unterzeichnet werden.