„Ich mache etwas ganz oder gar nicht“

Anja Riegebauer (31) ist die erste und einzige Pokermanagerin Österreichs. Wie sie mit ihrer neuen Position umgeht und wieso es in dieser Branche so wenig Frauen gibt, erzählt sie im W&W-Interview.


Ein Monat im Amt als Pokermanagerin – wie ist es dir bis jetzt ergangen?

Ich bin immer noch dabei, dazu zu lernen. Zur Zeit gibt es viel zu tun, auch deswegen, weil wir das Pokerangebot im Moment sehr ausbauen. Mir wurde viel Verantwortung auferlegt, aber es macht mir großen Spaß.

Was sind deine Pläne als Pokermanagerin? Ich möchte auf dem Erfolg meines Vorgängers Harald Tement aufbauen und im nächsten Schritt neue Ideen einbringen. Zuerst möchte ich mir aber die Zeit nehmen, alles zu überschauen und mich richtig einzuleben.

Wie viel Zeit nimmt das Pokerspielen bei dir ein? Ich spiele gern Poker, komme aber leider viel zu selten dazu. In Österreich dürfen wir bei unseren Turnieren nicht mitspielen daher beschränke ich mich gerne ab und zu mal auf Onlinepoker.

Was fasziniert dich am Pokern? Das Besondere am Poker ist, dass Dealer und Spieler nicht gegen sondern miteinander spielen. Im Vergleich zu anderen Glücksspielen wie Black Jack ist die Atmosphäre am Pokertisch eher gelassener, das gefällt mir. Die Pokerspieler des Casino Bregenz sind sehr treue Gäste. Das Verhältnis zu den Spielern ist enger.

Was sind deine Aufgaben?

Ich lerne meine Aufgaben gerade selbst Schritt für Schritt kennen. Ich organisiere Turniere, bin Ansprechperson für die Spieler, agiere als Schnittstelle zwischen Spielern und Casino-Mitarbeitern, bin bei Pokerturnieren vor Ort und dafür verantwortlich, dass alles nach Plan läuft. Der Job umfasst einiges, deswegen bin ich dankbar, auf die Unterstützung von Harald Tement zählen zu können.

Was hat sich seit deiner Beförderung verändert? Seit meiner Beförderung bin ich oft morgens schon im Büro, was mir schwer fällt, weil ich eigentlich ein Nachtmensch bin. Ich versuche mindestens zwei Tage die Woche am Vormittag im Büro zu sein, viele Tätigkeiten kann ich aber auch von zu Hause aus regeln. Die Position Pokermanagerin ist mehr eine Zusatzfunktion. Ich bin also weiterhin als Croupieré tätig.

Hast du auf die Beför-derung hingearbeitet oder kam sie ganz plötzlich? Für mich war von Anfang an klar: Ich möchte Pokermanagerin werden. Nachdem sich Harald Tement für die Position als Saalchef entschied, nutzte ich die Chance, bewarb mich für die Stelle und konnte mit meinem Konzept überzeugen.

Erfüllt es dich mit Stolz oder ärgert es dich, die einzige Pokermanagerin in Österreich zu sein? Poker ist Poker! Das Geschlecht sollte da keinen Unterschied machen. Es eine Ehre, vor allem in einem sehr von männlichen Spielern dominierten Spiel das Zepter zu übernehmen. Früher wäre eine Frauengruppe, die pokert, noch unvorstellbar gewesen. Weibliche Pokerbegeistere zu begrüßen ist jetzt keine Seltenheit mehr. Dann ist auch eine Pokermanagerin hoffentlich bald nichts Besonderes mehr.

Welche Eigenschaften sind als Pokermanagerin wichtig? Umgänglichkeit und Durchsetzungsvermögen. Wir sind Ansprechperson für verschiedene Schnittstellen. Da muss man sehr diplomatisch sein. Man muss und sollte nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. Es ist wichtig, mit anderen einen Kompromiss zu finden, um eine Entscheidung zu fällen, mit der beide Parteien leben können.

Was macht dir an deinem Beruf am meisten Spaß? Ich mag den Menschenkontakt und wenn sich der Stress zuletzt auszahlt, die Gäste zufrieden sind und die Veranstaltung reibungslos abgelaufen ist.

<p class="caption">Er brachte ihr alles bei: Harald Tement agierte fünf Jahre als Pokermanager und widmet sich nun neuen Aufgaben im Casino Bregenz.</p>

Er brachte ihr alles bei: Harald Tement agierte fünf Jahre als Pokermanager und widmet sich nun neuen Aufgaben im Casino Bregenz.

Wann & Wo | template