Unsere gläserne Zukunft

Wie wirkt sich unsere künstliche „Identität“ im Internet aus, wenn es online keine Anonymität mehr gibt? Foto: Universum Film

Wie wirkt sich unsere künstliche „Identität“ im Internet aus, wenn es online keine Anonymität mehr gibt? Foto: Universum Film

Vor dieser warnt „The Circle“ mit Emma Watson und Tom Hanks. Breaking News sind das aber nicht unbedingt.

Social Media ist zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Nicht umsonst schaffte es die Buchvorlage von „The Circle“ auf zahlreiche Bestsellerlisten weltweit. Dave Eggers Social-Media-Dystopie ist eine spannende Sozialkritik, welcher der Film von Regie-Talent James Ponsoldt (39) leider absolut nicht gerecht wird. Mehr noch: Durch den Versuch, den eigentümlichen Roman ins Mainstream-Kino zu übersetzen, verliert „The Circle“ einiges an Kraft und Innovation. Leser dachten noch: „Oha!“, Zuseher wohl eher: „Eh klar, und jetzt?“

Verschenktes Potenzial

Ponsoldt geht die Qualität leider an allen Ecken und Enden flöten. So wird nicht nur das große Potenzial der Romanvorlage großteils verschenkt. Auch das schauspielerische Talent von Emma Watson und die unbestrittene Genialität von Tom Hanks kommen kaum zum Zug. Was dem Fass am Ende aber den Boden ausschlägt, ist der radikal geänderte Schluss! Wie genau die Geschichte vom Aufstieg Mae Hollands (Watson) in der gläsernen und glänzenden Social-Media-Welt endet, soll hier nicht verraten werden. Soviel sei aber gesagt: Was bleibt, ist ein plakativer aber blasser und weichgespülter Aufguss eines Buches, das eigentlich ausreichend radikales Potenzial hätte, um die Zuseher ohne Holzhammer zum Nachdenken zu bewegen.

Infos

„The Circle“

USA; 110 Minuten

Genre: Drama, Science Fiction, Thriller

Regie: James Ponsoldt

Besetzung: Tom Hanks, Emma Watson, Karen Gillan, John Boyega


Altersfreigabe: Ab 12 Jahren


Fazit: Etwas weniger plakativ, dafür ein bisschen mehr Subtext wäre gefragt.

Bewertung:

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