1942 auf Instagram

„Ich bin Sophie Scholl“ ist die erste Serie auf Instagram. Und man fragt sich: Wieso ist da nicht früher jemand draufgekommen?

Eine junge Frau nimmt ihre Insta-Follower mit durch ihren Münchner Studienalltag. Man sieht sie beim Freunde finden, beim Lernen, man sieht ihre kleine Studentenwohnung, den Englischen Garten, man sieht Panzer…
Moment. Panzer? Ja, genau. Denn das, was man seit Neuestem täglich auf dem Insta-Account @ichbinsophiescholl sieht, spielt nicht heute, sondern im Jahr 1942. Und es sind nicht herkömmliche Storys einer jungen Influencerin, sondern es ist die erste Serie, die komplett auf Instagram erzählt wird – in Storys, Posts, und Reels.

Echtes Mammut-Projekt

„Ich bin Sophie Scholl“ startete am 4.Mai, kurz vor dem 100. Geburtstag der Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime, und stammt aus der Feder des Südwest- und des Bayerischen Rundfunks. Luna Wedler spielt Sophie Scholl, Regisseur Tom Lass nahm echte Aufzeichnungen und Tagebücher als Vorlage. Die Serie soll die gesamte Zeit der Gründung der Widerstandsbewegung Weiße Rose und deren Aktionen gegen die NS-Diktatur behandeln – und das alles auf Social Media, in teils mehreren Posts täglich. Der letzte soll am 18. Februar 2022 veröffentlicht werden, genau 79 Jahre nach dem schicksalshaften 18. Februar 1943, als Sophie und ihr Bruder Hans von den Nazis gefangen genommen und vier Tage später hingerichtet wurden. Ein Mammut-Projekt, auf das man noch gespannt sein darf.

Infos


Ich bin Sophie Scholl

Produktion: SWR, BR
Regie: Tom Lass


Fazit: Man soll ja sparsam sein mit Superlativen – aber diese Serie ist wirklich großartig. Die Idee, ein bis heute politisch ungemein wichtiges Thema ins Social Media zu verlegen und so die relevante Zielgruppe junger Menschen zu erreichen, ist genial. So geht öffentlich-rechtlicher Bildungsauftrag!

Bewertung:

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