„Wir alle haben einen Dachschaden“

Vergangenes Wochenende feierte „Hinterland“ ­Premiere im Bregenzer Metro Kino. Ein düsterer Thriller in einzig­artigem Setting – mitgeschrieben von Hanno Pinter.

Wien, 1920: Peter Perg (großartig: Murathan Muslu) ist gezeichnet von Krieg und jahrelanger Gefangenschaft. Das Kaiserreich ist zusammengebrochen, die Republik ausgerufen. In dieser für ihn fremden Welt verfolgen ihn nicht nur die Dämonen des Krieges, sondern auch ein brutaler Serienmörder, der in Wien sein Unwesen treibt und offenbar mit Perg in Verbindung steht.

Ganz schön schräg

Der (un-)heimliche Star des Films ist Oscar-Regisseur Stefan Ruzowitzkys experimentelle expressionistische (Bluescreen-)Darstellung des Wiens der Zwischenkriegszeit. Häuserfassaden biegen sich bedrohlich über verwinkelte Straßen, in denen sich Kriegsverlierer und -Profiteure, Künstler, Anarchisten, Sozialisten und – noch versteckt – Nationalsozialisten herumtreiben.

Findet Hanno

Übrigens: Wer Drehbuchautor und Monroes-Frontmann Hanno Pinter kennt, darf auch mal schmunzeln, denn der Lustenauer hat ebenfalls den einen oder anderen Kurzauftritt.

<p class="caption">Liv Lisa Fries (Babylon Berlin) spielt die kühle­ ­Gerichtsmedizinerin Dr. Theresa Körner.</p>

Liv Lisa Fries (Babylon Berlin) spielt die kühle­ ­Gerichtsmedizinerin Dr. Theresa Körner.

Infos



Hinterland

AT, DE, BEL, LUX/2021, 1oo Min.,
Krimi/Thriller


Regie: Stefan Ruzowitzky
Darsteller: Murathan Muslu, Liv Lisa Fries, Maximilian von der Groeben, Matthias Schweighöfer


Fazit: Düster, albtraumhaft, eine verlorene Seele kehrt nach einem verlorenen Krieg in ein verlorenes Kaiserreich zurück – und wird von seinen eigenen Dämonen und einem Killer verfolgt: Wer sich auf ­Hinterland einlässt, bekommt einen düsteren und teils brutalen Thriller vor der einzigartigen Kulisse des – gewollt – künstlerisch überzeichneten Wiens der 1920er. Murathan Muslu brilliert als Inspektor Perg.

Bewertung:

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