Drachenzähmen schwer gemacht

Review: Die erste Staffel von HBOs „House of the Dragon“ hat es in sich.

Nach dem Ende von „Die Ringe der Macht“ (Kritik in W&W-Ausgabe vom 23.10.) ging nun das zweite große Fantasy-Highlight dieses Herbstes ins Finale – und machte vieles besser als Amazons Mittel­erde-Serie: Die Drehbücher zu HBOs „Game of Thrones“-Prequel sind clever, die Charaktere vielschichtig und glaubhaft, die Dialoge geschliffen wie ein Schwert aus Valyrischem Stahl und der Look düster und realistisch. Die Drachen, 17 an der Zahl, verfügen über eigene Persönlichkeiten und sind in jedem Moment spektakulär in Szene gesetzt. Die Serie orientiert sich zudem an den großen Stärken der Mutterserie (auf die sie auch immer wieder Bezug nimmt) und hält erzählerisch zahlreiche Überraschungen und verstörende Schockmomente bereit. Und apropos Mutter­serie: Um „House of the Dragon“ zu sehen, muss man „Game of Thrones“ nicht kennen. Aber: Die komplexe Erzählung sorgt aufgrund mehrerer Zeitsprünge und sich wiederholender Namen (Hallo Aegon!) mitunter für Verwirrung – auch bei Kennern der Vorlage von Fantasy-Meister George R.R. Martin.

Bitter: Bis zum Start der zweiten Staffel müssen sich Fans gedulden. Erst 2024 erfahren wir, wie es im „Tanz der Drachen“ weitergeht.   HK

Bewertung: