Kälbertransporte – Hohn und Spott

Zur Podiumsdiskussion am 12. April, Thema Kälbertransporte, möchte ich Folgendes sagen: Es hat nicht viel bewirkt, außer Schuldzuweisungen, Hohn und Spott. Die Idee war, Beteiligte zusammenzubringen und in einen Austausch zu kommen. Ich bin entsetzt über die fehlende Empathie vereinzelter Teilnehmer seitens der Landwirtschaft. Menschen, die etwas zu Ethik und Tierschutz beisteuerten, wurden ausgelacht. Die Verantwortlichen Herren Moosbrugger (Präsident Landwirtschaftskammer), Sieber (Vertreter des Vorarlberger Bauernbundes) haben klar und deutlich angebracht, dass sich nichts an der derzeitigen Situation ändern wird. Im Gegenteil: Dem VGT wurde vorgeworfen, Videomaterial zu fälschen und Szenen bewusst nachzustellen. Dies ist absolut unwahr! Aber kann man von Personen, die von diesem System profitieren, tatsächlich erwarten, dass sie Interesse an Änderungen zum Wohle der Tiere haben? Kann man von Menschen, die sich über Mitmenschen lustig machen, erhoffen, dass sie sich um das Wohlergehen nichtmenschlicher Lebewesen scheren? Seit Jahren beschweren sich Vorarlberger Landwirte über miserable Milchpreise. Dennoch besteht an einer nachhaltigen Landwirtschaft kein Interesse. Offensichtlich ist die Angst vor Veränderungen groß. Dass aktuell Mensch, Tier und Umwelt ausgebeutet werden, erkennt offensichtlich niemand. Stattdessen machen alle weiter wie bisher: Überproduktion Milch = Überschuss Kälber. Für die heimische Milchwirtschaft sind die männlichen Kälber nutzlos – deswegen werden sie auf Tiertransporter geladen und ins Ausland verkauft. Was dann passiert ist mittlerweile vielen klar. Fakt: Alle, die von diesem System profitieren, geben die Verantwortung für die Kälber spätestens bei der Landesgrenze ab. Sieht so Tierliebe aus? Vielleicht noch dazu: Wann fangen wir endlich an, über Lösungen nachzudenken? Wie kann es gelingen, in einen respektvollen Dialog zu kommen? Ich würde es mir wünschen – im Sinne der Leidtragenden. Das sind nämlich jene Lebewesen, die selbst keine Stimme haben.

 Sandy P. Peng, Lauterach

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