Was mich beeindruckt

Seit einigen Wochen ist die Ausstellung im Vorarlberg Museum „Wie viel ist genug?“ Geschichte. Viele Besucherinnen und Besucher, zahlreiche Schulklassen mit ihren Lehrpersonen, Neugierige und Passanten auf dem Weg durch die Stadt, haben sich mit dem Titel der Ausstellung auseinandergesetzt. Star der Ausstellung war unbestritten die rote Badewanne, gefüllt mit 1 Cent Münzen. Haben Sie eine Ahnung wie viel das waren? 150.000 – also insgesamt 1.500 Euro. Das Gewicht dieses Münzberges betrug übrigens 345 Kilo. Ganz eindeutig zu schwer, um damit durchzubrennen. Das ist auch nicht passiert.

Was aber passiert ist, das sind die vielen Geschichten, die uns die Menschen, die in der Ausstellung Gast waren, geschenkt haben. Berührende, überraschende und nachdenklich machende Geschichten vom Geld und übers Geld. Genau das war eines der Ziele der Ausstellung, dass über Geld geredet wird. Das tun wir nämlich fast nie. Geld ist eines der letzten Tabuthemen und hat Sex längst schon abgelöst. Das ist schade. Weil das Nichtreden dazu führt, dass sich Menschen, die Probleme damit haben, zurückziehen. Zu groß ist deren Scham zuzugeben, dass sie gescheitert sind. Und dabei sind es auch in unseren Breiten viele, denen die finanziellen Probleme bis zum Hals stehen. Das wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ifs Schuldenberatung sehr gut. Wir kennen das und wir können damit umgehen. Man muss uns nur dafür in Anspruch nehmen. Man kann uns seine Geldgeschichte erzählen ohne dass wir erschrecken. Wir wollen weiter helfen. Aber dafür müssen wir zuerst zuhören. Das tun wir gerne. Das gehört zu unserer Arbeit.

Und wissen Sie was? Wir haben einen sehr großen Respekt vor den Menschen, die sich ihren Geldproblemen und ihren Schulden stellen. Das erfordert sehr viel Energie. Aber es lohnt sich.

Und im Übrigen haben Sie Recht: Wir freuen uns sehr, dass uns das Vorarlberg Museum geholfen hat übers Geld zu reden. Vergelt’s Gott.


In „Kopfstücke“ hat der
Gastkommentator Peter Kopf Raum
für seine persönliche Meinung.
Diese muss nicht mit der der
Redaktion übereinstimmen.

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