Land oder Wirtschaft

Dieses Jahr haben es die Bauern besonders schwer, weil es so trocken war, dass man nicht genug Futter für das eigene Vieh produzieren konnte. Tatsächlich? Ich weiß von Vorarlberger Bauern, die den größten Teil ihrer Produktion ins Ausland verkaufen sollen. Diese Überschüsse selbst zu verwenden, wäre im Sinne der Nahversorgung, die sie sich gerne ans Hemd heften; und eine der wenigen Rechtfertigungen für jährliche Förderungen im 5-stelligen Bereich. Stattdessen nutzt man die Gelegenheit und fordert noch mehr Geld vom Land und bricht noch mehr Gesetze: Im ganzen Land laufen aktuell Verfahren gegen Landwirte, die Anfang August 2018 Streuwiesen gemäht haben – und gleichzeitig Sonderförderungen dafür kassieren, eben das nicht zu tun. Es wird Zeit, dass auch unsere Landwirte im 21. Jahrhundert ankommen, dass Fördergelder verbindlich an Auflagen geknüpft werden, die natürlich auch zu kontrollieren sind und im Fall von Vergehen gestrichen werden. Und es wird Zeit, dass unsere Politik das nötige Rückgrat entwickelt, wichtige Schutzgüter auch gegen die Landwirtschaft zu verteidigen. Ansonsten hielte ich es für sinnvoll, entsprechende Posten an Sachverständigen und Beamten einfach zu streichen und die frei gewordenen Gelder doch direkt an die Landwirtschaftskammer weiterzuleiten, die übrigens ebenfalls Förderungen kassiert: Allein 2017 waren das 19.915,80 Euro. Nachzulesen bei: https://www.transparenzdatenbank.at

 
 Elke Wörndle,

 Fußach

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