Rückfall in die Vergangenheit?

Ich dachte eigentlich, dass die Zeiten politischer Postenbesetzungen im Schulbereich vorbei sind. Dass nun ausgerechnet eine Gruppe von Pflichtschuldirektoren unter Federführung ihrer Gewerkschaft gegen eine eventuelle Beförderung eines Berufskollegen ins Feld zieht und eine Intervention des Landeshauptmannes einfordert, ist wohl als Rückfall in vergangene Zeiten zu verstehen. Es ist daher schon eine besondere Chuzpe, wenn nun ausgerechnet dem betroffenen Lehrer in gewisser Weise Rückwärtsgewandtheit vorgeworfen wird. Als Vater wünsche ich mir, dass das beste und nicht das für die angesprochenen Pflichtschuldirektoren bequemste Führungspersonal für die Vorarlberger Bildungsdirektion gesucht wird. Ich vertraue daher auf die Entscheidung der zuständigen Expertenkommission, nicht auf ein paar Direktoren, die Angst um ihre Komfortzone und die Herbstferien haben. Beide hochqualifizierten Bewerber haben sich daher eine sachlich begründete Entscheidung verdient, keine ideologisch motivierte. Den einzigen Wermutstropfen, den ich bei einer eventuellen Bestellung Wolfgang Türtschers derzeit erkennen kann: Mein Sohn würde einen ausgezeichneten Lehrer verlieren, der ihn in seiner Schullaufbahn bestmöglich gefordert und gefördert hätte, wie er es bereits bei mir getan hat.

 Marcel Nitz,

 Hörbranz

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