Kopfstücke

Glaub an mich!

Die Schule hat uns wieder. Oder zumindest diejenigen, die davon direkt oder indirekt betroffen sind. Lehrer, Schüler, Eltern vor allem. Und mich, weil auf den Straßen seit dem Ende der Ferien wieder viel mehr Betrieb ist. Bevor ich heute aber nach vorne schaue, einen kurzen Blick zurück. Sozusagen in den Rückspiegel. Kurz vor den Ferien habe ich heuer mit einem jungen Mann, dessen Schulzeit zu Ende war, über seine Schulerfahrungen geredet. Was ihm wichtig war. Was ihm hängen geblieben ist. Was er anderen Schülern oder Lehrern rät. Und er hat mir etwas ganz Wichtiges erzählt. Dass er in allen Schultypen, von der Volkschule bis zur letzten Schule, die er absolviert hat, immer Glück gehabt hätte. Worin denn dieses bestand? Er habe immer mindestens eine Lehrperson gehabt, die an ihn geglaubt habe, der er wichtig war und von der er das Gefühl hatte, dass sie einen positiven Blick auf ihn geworfen hat. Dabei waren es seine Schulleistungen bei Gott nicht immer. Positiv nämlich. Er musste sich immer wieder ziemlich Mühe geben, um das Jahr zu schaffen. Aber er ist davon überzeugt, dass er es immer nur dadurch geschafft hat, weil jemand aus der Schule auf ihn geschaut hat.

Das hat mich beeindruckt und mich an meine Schulzeit erinnert. Sofort sind mir die Lehrpersonen eingefallen, denen ich wichtig war. Zu denen ich einen besonderen Draht hatte. Die mich motivieren konnten, auch Fächer zu lernen, die nicht so meines waren. Bei aller Verbesserung, die Schule durch Schulentwicklung und neue didaktische Methoden erfährt, ohne Menschen, die das an den Schüler und an die Schülerin bringen, verpuffen sie. Das war früher so, ist heute so und wird wohl auch die nächsten Jahrzehnte so bleiben.

Und im Übrigen haben Sie Recht: Ich wünsche allen, die mit Schule zu tun haben, ein gutes Miteinander.


In „Kopfstücke“ hat der
Gastkommentator Peter Kopf Raum
für seine persönliche Meinung.
Diese muss nicht mit der der
Redaktion übereinstimmen.

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