Qamar Abbas

Nun ist es wieder passiert. Ein Mensch wurde deportiert. Ist dies die richtige Wortwahl? Darf ich diesen Vergleich wagen? Was ist passiert? Ein Mensch, welcher weder straffällig war, noch in seinem sozialen Umfeld negativ aufgefallen ist, wurde durch die Legislative und die Exekutive aus Österreich entfernt. In eine Zukunft, welche diesem Menschen durchaus den Tod bringen kann. Trotz einer ungewissen und unsicheren Zukunft hat dieser Mensch das Möglichste getan, sich in die regionale Gesellschaft zu integrieren. Die Sprache gelernt, eine Ausbildung gestartet und soziale Kontakte gesucht. Das Asylansuchen eines integrierten Menschen wurde (wiederholt) abgelehnt. Warum? Nach Einschätzung der aktuellen Politik, ist es dieser Mensch also nicht wert hier zu leben bzw. überhaupt zu leben. Die regionalen Politiker und die ausführenden Polizisten stimmen dem zu, indem sie es geschehen lassen, mithelfen oder einfach nur wegschauen. Dies war/ist leider nicht das erste Mal. Zeigt sich darin, dass unser „Rechtssystem“ nicht (mehr) gerecht ist? Nun? Ist der Vergleich zulässig? Ich meine den Vergleich mit den ersten Deportationen in den 30er- und 40er-Jahren. Wann wäre damals die erste Deportation gewesen, welche Mensch verhindern hätte sollen? Wann ist die erste, welche wir in der jetzigen Zeit verhindern müssen! Wo endet(e) unsere Menschlichkeit? Bertold Brecht: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“
 
 Mario Deutsch, Rankweil

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