Warum zerstört man ein Stück Alt-Bregenz?

Zugegeben, Bregenz hat viele Gesichter. Der moderne Festspielbezirk und der Kornmarkt geben der Stadt ein urbanes Gepräge mit Sinn für Kunst und Kultur und die Seepromenade gehört wohl zu den schönsten am Bodensee. Doch die mittelalterliche Altstadt mit dem Martinsturm träumt abgeschieden vom pulsierenden Stadtleben vor sich hin. Unweit davon, soll nun mit der Sanierung und Neugestaltung der Kirchstraße, einem alten Stück Bregenz neues Leben eingehaucht werden. Die alten Granit-Pflastersteine sollen einem beigefarbenen Asphaltbelag weichen. Das Argument: behindertengerechte Nutzung. Behindertengerecht kann man auch mit gut verlegten Pflastersteinen bauen. Mit dem beigen Asphalt wird aber der Charakter der Kirchstraße mit ihren stattlichen Bürgerhäusern und Gaststätten aus dem 18./19. Jhd. zerstört. Als Stadtführerin von Bregenz betrifft mich das Thema sehr, da in der unteren Kirchstraße das Flair des historischen Bregenz besonders gut erlebbar ist. Mit dem neuen Asphaltbelag wird Bregenz zur Stadt ohne sichtbare Geschichte! Das dürfen wir nicht zulassen. Ich appelliere an die Verantwortlichen, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.

 
 Karin Fetz,

 Bregenz

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