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British Commonwealth of Nations

Gemeinwohl der Nationen – eine schöne Formulierung, hinter der aber kaum einmal ein frommer Wille stand, wie ich vermute. Megastaatengebilde – so auch das Empire – hatten immer nur zwei Gesichter und jede Menge Facetten. Positiv für die Bevölkerung wirkte sich jedenfalls die Sicherung des Friedens aus. Man denke an das ägyptische Pharaonenreich, das dadurch erst zu enormen kulturellen Leistungen fähig war, oder an die Pax Romana, die keine Eigenbrötelei duldete und selbst Jerusalem ausmerzte, als man dort meinte, man müsse zur Waffe greifen, nur weil man als streng gläubiger Nationalist alle Fremden für unrein hielt. Die Kehrseite der Medaille aber zeigt sich, wenn es um die zivilen Machtverhältnisse geht. Heute wie damals versuchen Lobbyisten immer wieder, sich einen privaten Vorteil herauszuschinden, der langfristig hohe Einkommen ohne jegliche Gegenleistung verspricht. Somit avancieren grundsätzlich alle Megastaaten zu Diktaturen des Geldes und/oder zu unentwirrbaren Bürokratien, die sich meist noch drastischer auswirken. Letzteres führte zum Ende der UdSSR und leider auch zum Brexit, der meiner Meinung nach ein viel größerer Schaden für die EU ist als für die Briten, egal wie die Verhandlungen auch ausgehen mögen. Eine ernstzunehmende Warnung für Brüssel sollte das allemal sein.
 
 Thomas Amann,

 Bregenz