Das große ­Wegschauen

Bezugnehmend auf „Ländle Promis im Urlaub“ in WANN & WO vom 21. Juli 2019: Es ist doch irgendwie drollig. Seit Jahrzehnten (!) wird über die Klimakrise berichtet und jedes Jahr scheinen die Appelle der Klimaforscher dringlicher zu werden. Trotzdem verhalten sich viele Menschen so, als wären Dinge wie das jährliche „Irgendwohin-in-den-Urlaub-fliegen“ immer noch eine Selbstverständlichkeit ohne negative Folgen. Wer so denkt, hat anscheinend auch große Lust dazu, in nicht allzu ferner Zukunft Klimaflüchtlinge aus dem Süden aufzunehmen. Selbstverständlich sollte es hingegen sein, den Klimaschutz bei allen Aspekten des Lebens zu bedenken (inkl. dem Reiseverhalten). So können z.B. bei Anbietern wie Atmosfair die Treib­hausgasemissionen von Flug­reisen kompensiert werden (wobei die Vermeidung von Flugreisen natürlich noch besser wäre). Zu teuer? Wer genug Geld für eine Flugreise mit Urlaub hat, kann meiner Ansicht nach auch Geld für die Kompensation verwenden. Das ist das absolute Minimum an moralischem Verhalten angesichts der Klimakrise.

 Sebastian Lenz,

 Weiler