Tiere sind Lebewesen

Ich versuche möglichst kurz zu halten. Total verwahrlost und körperlich geschwächt, brachten wir nach Rücksprache mit einer Institution eine Katze zur Tierärztin. Sie wog angeblich noch rund zwei Kilo, war zahnlos und ihr Langhaar­fell war total verfilzt. Ihr Gesundheitszustand wurde uns als sehr kritisch dargestellt. Falls sie überlebt, so erklärte uns die Tierärztin, werde sie seitens einer für Tiere zuständigen Stelle mittels Astronautenkost aufgepäppelt. Um gesetzeskonform zu handeln, bräuchten sie allerdings von der Frau die Einwilligung, bzw. die Rücktrittserklärung als Besitzerin der Katze. Diese holten wir ein, brachten sie in die Tierpraxis. Ernsthaft stelle ich mir die Frage: Wird ein Tier gesetzlich als Sachgegenstand behandelt? Wie sonst könnte es geschehen, dass Tieren so schreckliches Leid zugeführt werden kann und dann noch beim Verursacher eine Verzichtserklärung eingeholt werden muss, um zum Wohle des Tieres handeln zu dürfen. Außerdem vermisse ich auch in diesem Fall das Handeln. Durch schweigen schafft man sich weniger Feinde.

 Maria Sandtner, Lustenau

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