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Merkur-Debakel

Dass Merkur bei der Umpackung von abgelaufenen Lebensmittel nicht korrekt gehandelt hat, bestreitet niemand. Ob dabei die Mitbewerber einen besseren Zugang zur AK hatten, damit Merkur namentlich genannt wird und dabei großen Schaden erleidet, ist offen. Fakt ist, dass wahrscheinlich in den meisten Großmärkten derartige Machenschaften gang und gäbe sind. Der Grund: Der Vertrieb hält die Abteilungsleiter an, dass die Regale mit vollem Sortiment bis am Ladenschluss sortiert sein müssen. Unlogische Forderung, da Abteilungsleiter auch keine Hellseher sind. Dabei laufen datumsmäßig diverse Produkte ab und werden abgeschrieben. Dann kommt die Buchhaltung mit der Reklamation, dass es zuviel Retourware gibt. Somit Selbsthilfe der Abteilungsleiter mit rechtswidriger Umpackung. Diese Umpackung wird von keiner Handelsorganisation offiziell geduldet. Leider hat der Konsument wenig Verständnis. Früher war es jedoch normal, dass es gewisse Produkte abends nicht mehr zu kaufen gab. Dafür ist das Sortiment heute so groß, dass es immer Alternativen gibt und jeder Kunde befriedigt werden kann. Ich war ein Leben lang im Lebensmittlbereich in ganz Österreich tätig und kann diese Aussagen absolut bestätigen. Ein einzelnes Geschäft, wie es hier geschehen ist, so an den Pranger zu stellen finde ich nicht fair von der AK. Die entsprechenden AK-Verantwortlichen sollten sich besser informieren.
 
 Oskar Piffer, Dornbirn