Vermögen richtig weitergeben

Markus Herburger, Wirtschaftsprüfer und Mediator aus Feldkirch, schreibt über Steuertipps der Öffentlichkeit zurechtgezimmert, dass in Österreich derzeit keine Erbschaft- oder Schenkungssteuer eingehoben wird. Gleichzeitig vermerkt er, dass jedoch beim Erben oder Schenken von Grundstücken (Immobilien) neu Grunderwerbsteuer zu bezahlen ist. Bisher war Grunderwerbsteuer vom Käufer zu bezahlen, nur bei Kauferwerb, bei einer Immobilie mit Begleichung eines angemessenen monetären Gegenwertes. Beim Schenken und Erben von immobilem Vermögen im engen privaten Familienkreis wird jedoch die Immobilie ohne einen zu bezahlenden monetären Gegenwert an erbberechtigte Nachkommen zur Besitznahme und weiterer Bewirtschaftung weitergegeben und nicht verkauft. Da jedoch diese neue Grunderwerbsteuer in Stufensätzen nur für privat bewirtschaftende, erbberechtigte Familiennachkommen – auch ohne Bezahlung eines Gegenwertes zum Verkehrswert – gesetzlich vorgeschrieben wird, ist diese somit eine neue Erbschaftsteuer für eine Minderheit von Österreichern. Das Ganze gilt jedoch nicht für in Gesellschaften geparkte Immobilien. Nicht wegzuweisen ist die aggressive Zielsetzung dieser Vernebelung der Tatsachen von gesetzgebenden Politikern. Der Verdacht auf politische Korruption sowie Steuerbetrug an einer Minderheit von Österreichern, die in Zukunft durch staatliche, gesetzliche Diskriminierung für zukünftige Besitznahme, Bewirtschaftung und Nutznießen von Immobilien einseitig belastet werden, besteht. Staatsgrundgesetz Artikel 6 Absatz 2 lässt grüßen. Ich glaube, als Berater in Steuersachen wäre es angebrachter, der Leserschaft die wahren Zustände neutral bekanntzugeben.

 
 Alwin Rohner, Lauterach