(Schein-)Heiliges Land Vorarlberg

Kürzlich war unser Innenminister zu Besuch in Vorarlberg und wurde von unserem Landeshauptmann um Verstärkung personeller Art gebeten, um das „illegale Glückspiel“ zu bekämpfen. Ja, wir Vorarlberger sind ja alle spielsüchtig. Bordelle sind bei uns auch verboten, ja, wir Vorarlberger sind ja alle sexsüchtig. Da muss man hart durchgreifen, das ist ein großes Problem. Scheinbar sind speziell nur die Vorarlberger spiel- und sexsüchtig, denn in Tirol, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg usw. gibt es keine solche Gefahr, da sind die Menschen nicht spiel- und sexsüchtig. Dass die Einhaltung dieser Verbote auch zu kontrollieren ist und den Steuerzahler eine Menge Geld kostet bei geringem Erfolg, das scheint den zuständigen Politikern egal zu sein. Dass die „Spiel- und Sexsüchtigen“ dann in die Schweiz oder nach Liechtenstein fahren, um das in Vorarlberg verdiente Geld auszugeben, soweit zu denken, ist von einem Beamten schwer zu verlangen. Bei Kälbertransporten würden wir uns diese harte Vorgangsweise wünschen, denn diese haben auch unsere Politiker zu verantworten. Denn dabei geht es um Leben und Tod von unschuldigen Lebewesen. Aber Profitsucht auf Kosten der Tiere ist ja nichts Verwerfliches. Verbote und Diskriminierung von Menschen und Menschengruppen ist mittelalterlich und heute fast nur noch in religiösen Diktaturen anzutreffen. Ich empfehle den Herren Wallner, Gantner und Längle einmal einen Blick in unsere Nachbarländer zu werfen, da sind viele Dinge besser geregelt und vor allem unter Aufsicht. Durch die Verbote sind die wirklichen Spielsüchtigen nicht einfach geheilt, sie verschwinden in die Illegalität und sind dadurch für das Auge des Gesetzes nicht mehr zu erfassen. Klare Regeln, klare Gesetze, alles überschaubar, kontrollierbar und die ganze Show bringt Steuereinnahmen. Der Staat kennt dann Ross und Reiter – eine Win-Win-Situation. Was zur Zeit in Vorarlberg läuft ist eine Lose-Lose-Situation
 
 Sandra Greber, Dornbirn

Wann & Wo | template