Demonstration, Verbot

Ich war vergangenen Sonntag vor dem Festspielhaus zum ersten Mal in meinem 50-jährigen Leben bei einer Demonstration dabei, weil ich eben kritisch, falsch oder richtig denke. Ich will nicht nur in meinem Haus jammern. Es fanden für mich sehr prima Beiträge von Privatinitiatoren, einem kritischen Menschen, der am Sonntag sogar bei vol.at Gehör findet und einer kritischen Journalisten, deren Radiokanal kaum jemand in Vorarlberg kennt, statt. Es herrschte wunderbares Wetter, Abstand wurde eingehalten. Im ORF wurde von 500 teilnehmenden Personen gesendet. Naja ich hatte meine Brille nicht dabei. Für mein optisches Entsinnen war es eher die doppelte oder dreifache Menge an Menschen. Mir ging der Gaul durch, weil der am Sonntag vom Staat abgesagte Spaziergang vom Festspielhaus zum Molo und zurück staatlich untersagt und von der Polizei überprüft wurde. Ich verließ diese Veranstaltung mit großer Enttäuschung. Zu meinem Erstaunen begegnete ich auf meinem Weg zurück zu meinem Elektromoped Menschenmengen, die exorbitant höher waren. Ich habe keine Masken gesehen und kein Abstand wurde eingehalten. Einfach so, wie es aus meiner Sicht sein sollte. Wir sind Menschen. Naja, ich habe mir an diesem Sonntag meinen Teil gedacht. Beim Gehen laut zu kommunizieren, sollte doch wohl erlaubt sein.

 
 David Feurstein,
 Hohenweiler